#31: Von Dörfern, Fahnen und historisch informiertem Essen

Shownotes

StadtLandSchloss ist ein Outreach-Projekt der Wunderkammer Friedenstein, das jetzt schon ins zweite Jahr geht! In diesem Sommer dreht sich alles um Fahnen und Feinschmecker.

Die Friedenstein Stiftung geht raus auf die Dörfer. Valentin Schmehl, Constance Böhme und Solveig Negelen berichten von dem diesjährigen Programm ihres Projekts „Stadt-Land-Schloss“. sie lassen Beziehungen wachsen und Feste und Festmähler wieder auferstehen.

Beitrag 1 Der Verein „Kulturpflege Gräfenhain/Nauendorf“ macht sich um die regionalen und überregionalen Traditionen verdient. Jürgen Seeber und Gisela Stock-Pfauch stellen uns den Verein im Allgemeinen und die Barocktanzgruppe im Besonderen vor.

Beitrag 2 Eine weiße Fahne erinnert sich an ihren großen Moment im April 1945, als Josef von Gadolla mit ihrer Hilfe die Stadt vor der Zerstörung bewahrte.

Das StadtLandSchloss-Programm in diesem Jahr: https://www.friedensteine.de/artikel/wunderkammer-friedenstein[CK1.1]

https://www.stiftung-friedenstein.de/ausstellungen-und-veranstaltungen/stadtlandschloss-2026-feste-feiern-geschichte-weben[CK2.1]

Hier findet ihr die StadtLandSchloss-Hörstücke von 2025: https://stadtlandschloss.podigee.io/

Der Verein „Kulturpflege Gräfenhain-Nauendorf“ ist auf Instagram: https://www.instagram.com/kulturgraefenhainnauendorf/

Und das offene Barocktanztraining in jeder dritten Woche des Monats am Dienstag um 17 Uhr wird hier angekündigt: https://www.stiftung-friedenstein.de/ausstellungen-und-veranstaltungen/es-barockt-3

Das Teilprojekt „Wunderkammer“ wird von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Drittmittelprojekts „Open Friedenstein!“ gefördert.

Transkript anzeigen

00:00:07: Aber ganz wichtig, dass dieser Pflaumenkuchen auch klatschnass sein muss.

00:00:11: Also so schön durchgesuppt!

00:00:15: Und so ist es schon seit Jahrtausenden und so ist das in der Hager Landkriegsordnung festgelegt.

00:00:27: Deshalb sage ich, regional verbunden muss es sein.

00:00:45: Von Dörfern, Fahnen und historisch informiertem Essen.

00:00:52: Hallo und herzlich willkommen zu unserer neuen Folge, Folge Nummer einunddreißig.

00:00:58: Heute feiern wir beziehungsweise es geht um Feiern, feste Feiern von festen Fahnen- und Feinschmeckern.

00:01:05: das ist eine neue Ausgabe vom Stadtland Schloss.

00:01:08: vielleicht habt ihr's schon gehört?

00:01:09: Das ist ein Format der Wunderkammer wie erklärts auch gleich.

00:01:13: aber erstmal möchte ich gerne meine Gäste heute begrüßen.

00:01:16: das sind einmal Valentin Schmähl hallo Valentin hallo und Constanze Böhme Kulturvermittler und auch Künstler.

00:01:25: Vielleicht könntet ihr noch ein bisschen vorstellen, was ihr sonst so macht?

00:01:28: Was sind denn genau Kulturvermittler?

00:01:29: Was macht ihr?

00:01:30: Wir

00:01:30: beschäftigen uns mit Kulturgeschichte.

00:01:34: Und es geht für uns vor allem darum, dass das etwas Lebendiges ist, dass es etwas im Leben der Menschen stattfindet.

00:01:40: Wir arbeiten in verschiedenen Kontexten aber wir haben eine Organisation, mit der wir sehr viel arbeiten.

00:01:45: Die ist in Weimar.

00:01:46: Das ist die OMA, The Other Music Academy.

00:01:48: Da geht es auch sehr viel darum Tradition und wissen, was man zu einem bestimmten Punkt abgelegt hat in der Gesellschaft.

00:01:56: Das auch wiederzuentdecken als etwas, das für uns heute relevant sein kann.

00:01:59: Also wenn man es jetzt zusammenfasst seid ihr auf poetische künstlerische Weise aktiv.

00:02:05: Ihr analysiert Kultur vermittelt sie und bewegt euch in verschiedenen Regionen Ländern um dies zu tun?

00:02:15: Genau!

00:02:15: Und es geht immer um Gemeinschaft.

00:02:16: also es geht darum Anleiste zu stiften dass Menschen zusammenkommen kreativ werden, aktiv werden sich austauschen wichtige Fragen stellen.

00:02:25: Ich

00:02:25: glaube wir sind gar nicht so sehr Kulturvermittler sondern Ermittler.

00:02:29: also wir sind unterwegs und ermitteln Im Auftrag.

00:02:35: Da bin ich gespannt, was ihr im Auftrag ermittelt habt und vielleicht sollten wir jetzt auch noch die Dritte im Bunde reinholen.

00:02:43: in Studio.

00:02:43: zugeschaltet ist Solvec.

00:02:45: sie ist Projektleiterin der Wunderkammer.

00:02:47: Hallo Solvech!

00:02:48: Hallo Vielleicht könntest du uns gerade erst mal mit ins Thema nehmen.

00:02:52: Was ist eigentlich Stadtland Schloss?

00:02:54: Und was wollen wir damit?

00:02:56: Ja, Södlenschloss ist ein Projekt der Wunderkammer Friedenstein.

00:02:59: Und das Wunderkamer-Friedenstein-Förderprojekt gefördert durch das BKM ist ein Projekt um Friedensteinen in die Region, in die Stadt erst mal und in die Regionen zu tragen also das Schloss und die zugehörigen Häuser des Herzogelischen Museums, des Pertes usw.

00:03:21: Um uns zu zeigen, guckt mal, Türen sind offen kommt gern rein.

00:03:25: Und mit dem Stadtlandschlossprojekt haben wir noch einen zweiten Schritt gewagt und sind mit dem Schloss in die Region gegangen, mit einem Kulturbauwagen.

00:03:40: Unterwegs, weil

00:03:41: wir es letztes Jahr auch schon mal gemacht haben mit der mobilen Wunderkammer ins Land rausgefahren.

00:03:46: Es ist

00:03:46: total schön dass wir dieses universelle Universum haben mit den vielen unterschiedlichen Sammlungen aller Art und das will und soll gesehen werden, es ist ein Erbe was uns allen übertragen wurde.

00:04:05: Was uns allen gehört und dazu gibt's nicht mehr.

00:04:09: und die jetzt hier arbeiten sind einfach daran interessiert und sehr erfreut wenn die Gemeinschaft sieht und erlebt, was es an Schätzen im Friedenstein gibt.

00:04:21: Aber das war jetzt nicht so, dass ihr das nur rausgetragen habt?

00:04:24: Sondern ihr habt auch von der Region viel zurückbekommen?

00:04:28: Genau!

00:04:28: Das gibt dieses kulturelle Erbe auch genauso mit einer langen Tradition in den Gemeinden, in dem Landkreis... All das haben wir im letzten Jahr erfahren, nur weil wir rausgegangen sind.

00:04:40: Das hat über sechshundert Menschen in den unterschiedlichen Dörfern zusammengeführt bei den einzelnen Aktionen zu denen Valentin und Conny noch viel mehr sagen können.

00:04:50: Aber das war unser Intention, wir gehen raus Wir haben hier viel mitzubringen, wir nehmen es einfach in den Landkreis Und so öffnen wir sozusagen die Türen in beide Richtungen.

00:05:04: Und da das so gut funktioniert hat, war einfach am Ende des letzten Jahres nachdem wir die Tour beendet hatten in einem Nachbereitungstreffen als alle Gemeinden nochmal hier in die Wunderkammer eingeladen waren.

00:05:19: Da saßen noch mal Bürgermeisterinnen Kultur beteiligte Kulturaktörinnen und Gemeindemitarbeitende in der Wunderkammer haben gesagt Wir wollen weitermachen.

00:05:31: Na klar!

00:05:32: Also, was denk ihr denn?

00:05:33: Das war für uns das absolute Motiv.

00:05:37: Stadlanschloss geht weiter!

00:05:39: Wir hatten sehr gute positive Resonanz und tolles Feedback.

00:05:43: Und wir haben jetzt Barock Tanzgruppen bei unserer Wunderkammer, die also das zum Anlass genommen haben.

00:05:49: Wir machen jetzt auch mal etwas bei euch wenn ihr bei uns wart.

00:05:52: Kommt später alles noch.

00:05:54: Wir haben Herrn Deber live in der, ne nicht live aber im Beitrag in der Sendung aufgenommen.

00:05:59: Vorragender wunderbar.

00:06:01: Beispiel in der Stelle ein Punkt.

00:06:03: Ja, ich meine wir können ja auch reinhören mal gerade in etwas was letztes Jahr entstanden ist denn da sind wunderschöne Hörspiele im Gespräch mit einmal Mitarbeitern bei uns an der Stiftung aber auch auf dem Land entstanden und wir hätten hier zum Beispiel Dürer- und die Hausmaus.

00:06:44: Vieles von den Dingen die über meinen Tisch gehen kann man gar nicht lesen.

00:06:48: also kann man schon nur ich kann es nicht Wenn es halt Handschriften sind oder Sprachen, die ich nicht kenne.

00:06:56: Und eigentlich ist das auch nicht meine Aufgabe!

00:06:59: Ich bin ja für das Material zuständig und nicht für den Inhalt.

00:07:05: Das ist gar nicht so leicht zu differenzieren.

00:07:08: Es ist auch schwierig, den Leuten zu erklären dass ich oft gar nicht weiß was ich so vor mir habe Weil ich es häufig auch nicht wissen will Gerade so Sachen wie Versicherungswerte.

00:07:19: Die können durchaus in die Millionen gehen.

00:07:25: Das Schöne an meinem Job ist, dass ich eine Butterverpackung aus den Sechzigern mit der gleichen Sorgfalt bearbeiten muss wie einen Druck von Dürer.

00:07:34: Weil

00:07:35: wenn ich mit Ehrfurcht oder gar krasser Angst an das Objekt rangehe, ist die Wahrscheinlichkeit mit zittriger Handfehler zu machen größer und am Ende ist sowas wie Düra von der Papierseite her viel einfacher.

00:07:47: Damals war das Papier besser und gerade Dürar hat echt auf Qualität geachtet.

00:07:58: Papier ist unheimlich vielfältig und ebenso ziemlich überall.

00:08:03: Das war die Crux, als man herausgefunden hat wie man drucken kann Im Grunde genommen die krasseste Revolution der letzten tausend Jahre Dass man sagen konnte wir können Texte verbreiten Wir können Leute informieren.

00:08:17: Von nun an wurde so viel Papier gebraucht dass man neue Techniken erfinden musste.

00:08:22: Statt nur aus Lumpen Papier zu fertigen hat man Holz dafür entdeckt Und ab dem Moment ging es rapide bergab mit der Papierqualität.

00:08:31: Also ich sag mal so, wenn jemand mir ein Dokument gibt und sagt das ist frühes achtzendtes Jahrhundert dann sage ich kein Problem Denn je jünger es ist desto komplizierter wird es für mich als Restauratoren.

00:08:45: Da sind dann Fischstoffe dabei Druckfarben die keinen Licht mehr abkönnen weil alles auf Masse gemacht ist.

00:08:52: Gerade erst für den Stadtjubiläum habe ich eine Verpackung von Pflastern auf dem Tisch.

00:08:57: Das war zum Wegwerfen gemacht und ich musste mich jetzt hinstellen, die Pflasterverpackung verteidigen.

00:09:02: Und sagen ja wir können das original ausstellen aber zwischendurch müssen wir eine Kopie zeigen.

00:09:08: Es ist quasi kontraintuitiv.

00:09:11: Ich beschütze sich Dinge die in jedem Haushalt vorhanden sind So wie unser zu logischer Präparator sagt Die Präperate die wir am wenigsten haben sind von den Tieren die am häufigsten vorkommen.

00:09:23: Niemand präpariert einer Hausmaus.

00:09:39: Niemand präpariert eine Hausmaus.

00:09:42: Ihr habt es nicht nur mit Hausmäusen zu tun gehabt, vielleicht könnt ihr auch noch mal eure Erlebnisse vom letzten Jahr so ganz kurz zusammenfassen?

00:09:48: Also das ist ein sehr schöner Abschlusssatz gewesen.

00:09:51: Niemand prepariert einer Hausmause.

00:09:53: der Grund warum wir auf's Land gegangen sind, ist vielleicht dass das ein bisschen unterpräsentiert ist welche Kultur und welche Schätze welches erbe dort liegt und bewahrt wird und sehr lebendig bewahrт wird.

00:10:08: ein bisschen mehr Aufmerksamkeit auch auf den Friedensteinen bekommen sollte und das hat es letztes Jahr bekommen.

00:10:13: Und dieses Jahr gehts weiter?

00:10:15: Ja, und es geht da wirklich um Menschen also Menschen die sich in Vereinen organisieren.

00:10:20: Es geht um Ortskronisztinnen, um die ganzen vielen kleinen Dorfmuseen.

00:10:24: Das ist unglaublich viel Ehrenamt was da passiert.

00:10:29: Da geht es um Kulturgeschichte, die sonst verschwinden würde.

00:10:33: Die sonst nicht mehr verfügbar wäre.

00:10:37: an wen wird es weitergegeben, wo ist die Generation?

00:10:39: Die sich das auch anhört.

00:10:40: Die das auch weiter trägt und lebt.

00:10:44: Und diese Geschichten, die wir zusammengetragen haben, setzen so ganz lebendige Schlaglichter auf oft sehr überraschende Aspekte.

00:10:54: Also ich kann es nur sehr empfehlen.

00:10:56: Wir stellen den Link auch in die Show Notes, also wenn ihr da auch rein hören möchtet... Also große Empfehlungen ist einfach auch sehr fast meditativ!

00:11:05: Es ist sehr berührend.

00:11:07: Ja vielleicht gehen wir dann gleich auf dieses Jahr.

00:11:10: Unser aber diesesjähriges Motto lautet feste Feiern von Festen, Fahren und Feinschmeckern.

00:11:16: Was schmeckt man da so?

00:11:19: Historisch informiertes Essen.

00:11:20: Das ist

00:11:21: mein Highlight, was auch immer

00:11:23: es ist!

00:11:23: Ja das finden wir hier heraus.

00:11:25: also das ganze ist ja auch eine Art Versuchsanordnung in einem neu entstandenen Netzwerk.

00:11:31: Also letztes Jahr hat sich wirklich auch viel darum gedreht dass sie uns alle erstmal kennenlernen und dass wir Vertrauen zueinander finden und dass Wir das Gefühl haben okay wir entwickeln gemeinsam worum Es hier eigentlich geht mit Stadtlandschloss.

00:11:44: Was sind diese Beziehungen zwischen den Dörfern und dem Schloss?

00:11:48: Und diese Beziehungen sind jetzt da und die können fruchten, die können weiterarbeiten.

00:11:55: Eine Sache, die uns immer wieder begegnet ist einerseits das Thema feste und feiern, einerseits natürlich weil da geht es ja um Gemeinschaft.

00:12:03: Und in Dörfern gibt es ja viel um Gemein- schaft und gleichzeitig auf dem Schloss auch.

00:12:09: also da kann man ja sehr schnell an.

00:12:11: große Festmahle und Vermählungen beerdigungen jubiläen Ritterspiele noch und nöcher gibt es das in der Schlossgeschichte.

00:12:22: Und gleichzeitig haben wir auf den Dorfmuseen auch eigentlich immer gibt es diese alten Fahnen.

00:12:28: Das sind, im XIX Jahrhundert wurden sehr viele diese sehr aufwendig gestalteten sehr schönen Vereinsfahnen hergestellt.

00:12:35: das war auch so eine Zeit also ein bisschen auch deutschtümelnd Und die gibt es natürlich auch auf dem Schloss.

00:12:41: Das sind solche Beziehungen, die wir dieses Mal zentral stellen weil was noch ein weiterer Punkt ist das viele der Orte an denen gefeiert werden konnte d.h.

00:12:49: Tanzzähle Gaststätten Die sind mit der Wende verschwunden.

00:12:55: Es gibt natürlich noch welche aber viele gibt es nicht mehr und darüber wurde auch sehr viel gesprochen und das möchten wir da automatisieren.

00:13:01: Vielleicht noch so ein Aspekt, da haben wir letztes Jahr nicht so richtig geschafft es reinzukriegen.

00:13:05: Das ist natürlich immer alles auch zu viel was ja toll ist.

00:13:08: also weil's so reich ist, sobald man reinsumt... ...ist da soviel Leben und das sind halt die Kirmses!

00:13:13: Also die Kirchweifeste.

00:13:16: Kerbebosch, also so heißt es in Hessen?

00:13:18: Ja,

00:13:21: das sind Vereine und vor allem sehr junge Leute wenn man von Generationswechsel und so spricht, das funktioniert in dem Kontext super gut Die organisieren das total selbstständig.

00:13:31: Da steckt ja auch viel Geld und viel Logistik und so drin, sodass der Ruf bis nach Erfurt geht, dass die jungen Leute aus Erfurg dann in den Guter-Landkreis kommen und da ... Das ist richtig strukturiert!

00:13:42: Der Sommerkalender wie man auf den Dörfern feiert.

00:13:47: Ja, das nehmen wir dieses Jahr unter die Lupe und es ist natürlich auch ein guter Anlass zusammenzukommen.

00:13:55: Zäuwerk gibt es von deiner Seite vielleicht noch etwas Allgemeines über den theoretischen Überbau sozusagen.

00:14:02: Du

00:14:02: hast den langweiligen Part heute leider?

00:14:04: Ja, ich höre ja total gern zu weil ich verfolge was zum Zeugen aus diesen... diese kleinen Idee geworden ist, was Conny und Valentina daraus gemacht haben.

00:14:13: Aber was ja schon rauskam war... Ja es bleibt doch immer etwas.

00:14:17: also im letzten Jahr sind diese wunderbaren Hörstücke entstanden die bleiben, die einfach auch weiterhin diese Idee verbreiten wirklich in Form wunderbarer Geschichten Und dass in diesem Jahr eben diese Fahnen- und Wimpel entstehen.

00:14:30: Also da auch etwas das bleibt, die wir auch ausstellen werden.

00:14:34: Und ja, wir schauen, dass es im nächsten Jahr wird.

00:14:36: Aber das ist so ein toller Effekt.

00:14:39: da geben sozusagen die Ideen, die Energie, die Kreativität derer aller, die mitgemacht haben rein und das freut mich total des Dites auch dieses Jahr.

00:14:51: Die Idee von euch kam nie.

00:14:53: Es bleibt wieder was und daran arbeiten wir gemeinsam!

00:14:57: Ja, schön.

00:14:58: Dann besprechen wir jetzt weiter, woran gearbeitet wird und entlassen dich wieder in deinen Alltag.

00:15:04: Vielen Dank!

00:15:05: Schön dass ihr da dran bleibt.

00:15:08: Ciao!

00:15:09: Bis bald!

00:15:10: Und wir wenden uns jetzt einem zu der letztes Jahr schon dabei war mittlerweile in der Wunderkammer Tanzt und Claudia hat sich mit ihm unterhalten.

00:15:33: Ja, liebe Susanne.

00:15:34: Heute heißt es Wie will er das?

00:15:36: Es lebe der Tanz in unserer Wunderkammer am Hauptmarkt.

00:15:44: Hier ist gerade Aufstellung der Paare.

00:15:47: Tänzerinnen und Tänze stehen sich in zwei Reihen gegenüber sowie früher in Versailles und auch so wie früher auf dem Friedenstein.

00:15:59: Aber wer wann, welchen Schritt macht und wohin?

00:16:03: Das ist eine Kunst für sich.

00:16:10: Gisela Schopf-Pfauch beherrscht die barocke Fachsprache perfekt!

00:16:14: Sie hat die Tanzgruppe ja schließlich auch vor sieben Jahren ins Leben gerufen... ...und an den Verein Kulturpflege Gräfenheim Naurendorf angedockt.

00:16:29: Jürgen Seber ist dessen Vorsitzender.

00:16:31: Und

00:16:32: während die anderen ihre Dosa-Do, ihre Padöbure und Padögevottanzen ordnet er mir das Geschehen erst einmal ein!

00:16:41: Also wir haben begonnen mit es barockt am siebzehnten März hier in der Wunderkammer und dass wir hier diese Veranstaltungsreihe einordnen konnten gemeinsame Friedenstein Stiftung auch zurückzuführen auf das Projekt indem wir im vorher eingebunden Bahnstädteleinschloss.

00:16:59: Und so hat sich dann diese Zusammenarbeit ergeben, dass wir mit der Friedenstein-Stiftung hier in die Wunderkammer gekommen sind um einmal monatlich immer an einem Dienstag, siebzehn Uhr.

00:17:12: Wir haben Barock Tanz Training offen durchzuführen.

00:17:14: zu Interessenten, die einerseits Vorführtenzen bekommen und die aber auch mitgemacht werden.

00:17:20: in Erläuterung unserer Leiterin dieser Gruppe Gisela Stokfauch Was wesentlich ist beim Training, man soll natürlich auch sehr exakt sehen, welche Schritte macht man.

00:17:33: Also die verschiedenen Schrittarten bei den verschiedenen Baroktenzen und die gesamte körperliche Haltung, die es wichtig rüberzubringen im

00:17:41: Training.".

00:17:42: Und deswegen findet das Training in der Wunderkammer Friedenstein auch ... Der kann sich natürlich auch die entsprechende historische Kleidung schneidern lassen.

00:18:00: Aber Achtung,

00:18:01: noch ein Begriff aus der Fachsprache so ein barockes Tanzkleid ist kein Kostüm sondern eine Gewandung und die zu tragen das fühlt sich ganz besonders an.

00:18:12: Diesler Stockfauch

00:18:14: Das ist was Besonderes wie als

00:18:16: kleines

00:18:16: Mädchen wenn man Prinzessin kleint

00:18:18: Wenn man erwachsen

00:18:19: ist und darf es auch mal tragen wenn

00:18:21: das eine

00:18:21: Schneidermeisterin

00:18:22: gemacht

00:18:22: hat die sich damit auskennt.

00:18:24: dass ist ganz wichtig

00:18:25: Die historische Kleidung

00:18:27: näht.

00:18:27: Das ist wichtig, dass man nicht einfache Stoffe nimmt oder einfache Spitze.

00:18:31: Da muss man schon ein bisschen schauen und es macht was mit einem wirklich.

00:18:34: Man hat das Kleid an, man hat auch so einen Stecker, also das Kassetten drunter.

00:18:40: Und

00:18:41: man fühlt sich

00:18:42: wie am Hof!

00:18:44: Und

00:18:45: dann diese besonderen Kompositionen... Man ist ja mit dieser Gewandung, mit diesen Kompositionen, mit dieser Musik Tänzen in eine ganz andere Epoche entrückt.

00:18:55: Und das macht schon etwas, mit den Tänzern und Tänzern.

00:18:59: Das macht natürlich auch Eindruck bei den Zuschauern.

00:19:01: Das darf man nicht vergessen!

00:19:03: Die Gäste zu solchen Veranstaltungen sind manchmal hin- und weg... ...und das macht einen froh, wenn man so was anbieten kann.

00:19:14: Mit ganz viel Enthusiasmus arbeiten Jürgen Seber und Gisela Stockpfauch im Verein Kulturpflege Gräfenheiner Hunderf.

00:19:22: Einige Mitglieder betreiben Ahnenforschung, andere tanzen.

00:19:25: Ein weiterer Freundeskreis widmet sich der greifen Heiner Kirchenorgel, die der Gotar-Orgelbauer Johann Christoph Thielemann vor genau zweihundert und neunzig Jahren fertiggestellt hat.

00:19:36: Und im Nachbarort Nauendorf betreibt der Verein das Museum in der Alten Schule.

00:19:42: Hier trainiert auch die Barocktanzgruppe – wenn sie nicht gerade in der Wunderkammer zu Gast ist!

00:19:47: Aber Frau Stockpfauchs Lieblingsauftrittsort ist noch ein anderer.

00:19:53: Besonders schön ist es,

00:19:54: in der Kirche zu tanzen.

00:19:57: Ich weiß nicht,

00:19:57: dann kommen so Gefühle von früher

00:19:59: nach oben.

00:20:00: Die Kirche kennt man.

00:20:02: Es ist wunderschön

00:20:03: da zu tanze.

00:20:04: Eine Atmosphäre, eine Akustik-Tol.

00:20:07: Wunderschöne und die Menschen begeistert.

00:20:09: gucken sie

00:20:10: da.

00:20:11: Ja, die Kirche zählt ja nach dem Ogelführersinn.

00:20:17: Kirch ist einer der schönsten Dorfkirchen Thüringens.

00:20:21: Ist ja von neunzehntetsechsundachtzig bis neunzentneinundzig durch den Kräfen Hannermala, Gerd Weber restauriert wurden.

00:20:28: und seit ein neunzig strahlt sie wieder in ihrem historischen Glanz.

00:20:33: und dann eben die alte Orgel dazu, die dann von dreiundneinzig bis sechsundneintzig restauriert wurde über neunzig Prozent original erhalten und das zieht die Organisten aus aller Welt her!

00:20:45: Das ist wesentlich Und dafür was zu tun, dieses Kulturgut zu erhalten.

00:20:50: Das ist doch Arbeit

00:20:51: wert.".

00:20:53: Mit Ausstellungen, Tänzen und regelmäßigen Orgelkonzerten ist der Kulturppflegeverein Gräfenheim-Nauendorf tief in der Region verankert – und seine Mitglieder stellen richtig viel auf die Beine!

00:21:23: Und wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, in der dritten Woche jedes Monats.

00:21:28: Immer am Dienstag um siebzehn Uhr ist offenes Tanztraining in Gotha – in der Wunderkammer!

00:21:34: In Greifenheim und Nauendorf nur wenige Kilometer südlich hat mit Musikkonzerten und Kabarett der Greifenheiner-Musiksommer begonnen.

00:21:42: Und am Zweiundzwanzigsten August findet im Museum alte Schule der diesjährige Stadtland Schlossworkshop statt Mit Fahnen und historisch informiertem Essen Genuss und Kultur.

00:21:54: Dank Jürgen Seber, Gisela Stockpfauch und vielen anderen Engagierten.

00:21:59: Dann geht man den Leuten etwas mit?

00:22:01: Ich will nicht nur dass die Leute da kommen sollen etwas mitnehmen und deshalb sage ich regional verbunden

00:22:07: muss es sein.

00:22:19: heute geht's ums feiern.

00:22:21: wann habt ihr zum letzten mal gefeiert?

00:22:23: und wie

00:22:24: Oh!

00:22:27: Wann

00:22:27: hast du gefeiert?

00:22:28: Vor zwei Tagen.

00:22:30: Und zwar hier in Berlin, da sagt man, man geht zur Kirche.

00:22:33: ich war im Bergheim.

00:22:35: Da wollte ich immer mal rein und hab immer nur davor gestanden geguckt wie die Leute rauskamen.

00:22:38: Wo das Tränen

00:22:39: gelassen

00:22:40: wurde.

00:22:41: Dann habe ich ihn das letzte Mal gefeuert.

00:22:45: Es ist auch nicht so lange her aber so richtig... Also ich habe jetzt mal wieder Tränke gedacht, ich würde gerne mal wieder richtig feiern Im Juni.

00:22:52: Dann

00:22:52: gehen wir mal vom aktuellen Feiern ins historische Feiern.

00:22:56: Würdet ihr sagen, man feiert heute anders als damals?

00:22:59: Also klar aber wie?

00:23:01: Wir sind ja sehr viele in den Archiven gewesen weil es jetzt zum Beispiel aus dem fünften, sechzehnten Jahrhundert aufkommt diese Ritterspiele wo sich sehr viel kostümiert wurde.

00:23:12: also wir haben heute auch in allen Dörfern gibt's sehr wichtige und starke Faschingsvereine.

00:23:17: Dann schützten fest Tourenverein, das war so Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ganz groß.

00:23:22: Das Trachtenfest im Rennheitsbrunnen, das waren ein riesen Event damals!

00:23:27: Ja, also so Momentschans.

00:23:29: Das war eine ganz wichtige Sache gerade im siebzehnten Jahrhundert.

00:23:32: Was ist das?

00:23:33: Der Momentschanz wird sich auch wieder verkleidet und mit Masken... Da gibt es den Türkmummen zum Beispiel.

00:23:39: auf unseren Postern würde man das wiederfinden.

00:23:42: Wangenheim eines der Dörferen, mit denen wir viel arbeiten in Leuten dort die feiern dieses Jahr, da sind ein hundertfünfzig Jahre Jubiläum Die machen nicht Prozession.

00:23:52: wie nennen Sie das?

00:23:52: einen

00:23:53: Umzug Aufmarsch-Umzug

00:23:56: Und das ist auch was, was wir historisch sehr viel finden.

00:24:00: Auch im Ninzehnten aber auch im Achtzehnjahrhundert sehr viel so.

00:24:03: die Lust daran daher ja auch die Wimpel und die Fahnen, die gelandten da gab es ganz viele Festanzugblumen gelandt.

00:24:10: Es geht darum wie präsentiert man jetzt diese Gesellschaft?

00:24:13: Wer gehört dazu zu dieser Gemeinschaft?

00:24:16: Was sind die Symbole?

00:24:18: Und das möchten wir eben kreativ angehen, eher auch von der poetischen Seite.

00:24:22: Also weil heute ja gesellschaftlich sehr viel diskutiert wird – wer gehört dazu und wenn nicht!

00:24:27: Wie funktioniert Ausschluss?

00:24:32: Das wollen wir eben auch in Anhand dieser Fahnen gemeinsam herausfinden.

00:24:36: Ich hatte irgendwie sowas Gemeinschaftliches jetzt bei diesen Festen so im Kopf, aber das ist eigentlich auch was Ausschließendes hat.

00:24:43: Was hast du ja gerade eigentlich gesagt?

00:24:45: Genau!

00:24:45: Das hat auch immer etwas mit Klasse zu tun.

00:24:47: also wer bedient und wer sitzt an der Tafel...

00:24:51: Ja gut, bei den barocken Tänzen haben die Adligen getanzt und die anderen haben serviert wenn sie es durften überhaupt.

00:24:58: Aber es geht doch ein bisschen Also vielleicht im Heute um Inklusion, also im Idealfall und das ist auch letztes Jahr schon aufgefallen.

00:25:06: Also war ich sehr beeindruckt dass teilweise Ortschaften die nicht weit voneinander weg liegen sich quasi im Grunde um das Gleiche kümmern, dass sie aber es nicht miteinander zu tun haben und dass dann quasi aus dem Gotar Süden mein auf einmal in den Gotar Norden geht Das erste Mal.

00:25:25: Und das schafft eine Inklusion, wir hoffen zum Beispiel auch sehr in Wangenheim beim großen Umzug dass dann aus den anderen Gemeinden die Leute mit dazukommen und eben mitlaufen

00:25:37: oder auf Friedrichs Wert.

00:25:38: da steht ja dieses Riesenschloss.

00:25:40: also so ein Großschloss das verweist ist derzeit es hat auch ne total interessante Geschichte also eine DDR wurde des Jugendwerkhofes auch eine sehr schwierige Geschichte ist, an dem sehr viele Biografien dranhängen die nicht erzählt sind oder die nicht so gesehen werden.

00:25:57: Und dieses Schloss steht da... Das bestimmt den Ort.

00:26:01: Also es ist wirklich riesig und sitzt da mittendrin, das hat auch so ein Wald drum rum und dann so einen Riesenpark und so mit so

00:26:05: DDR-Tapeten zum Teil auch von dem Jugendwerk.

00:26:10: Genau Archiv war da auch eine Zeit lang drin und gleichzeitig ist es ja nicht zugänglich.

00:26:15: also die Leute leben mit diesem großen Gebäude aber können da nicht rein und deswegen ist es immer wieder wichtig Anlässe wie jetzt eben mit Stadtlandschloss zu schaffen wo das nochmal geöffnet wird.

00:26:27: Ja schön!

00:26:29: Zur Recherche vielleicht noch mal.

00:26:32: So ein bisschen habt ihr euch unsere Sammlung auch näher angeguckt und seid auf eine Geschichte gestoßen, die sehr wichtig ist für die Stadt.

00:26:39: Da geht es um die Verteidigung im Zweiten Weltkrieg.

00:26:43: Da spricht jetzt das Objekt selbst!

00:26:55: Ja,

00:27:05: auf den ersten Blick sehe ich aus wie ein hastig zerrissenes Bett lagen.

00:27:10: Und unter uns gesagt das war ich ursprünglich auch.

00:27:13: Auf den ersten blick könnte man mich für einen schmucklosen Stofffetzen halten!

00:27:18: Für einen

00:27:19: überdimensioniertes

00:27:20: Putztuch.

00:27:21: gar durch einen glücklichen Umstand aber entspricht meine Gestalt einer nonverbal verständlichen und international verlässlichen Konvention Die nicht nur mich selbst, sondern auch alle um mich herum vor Tod und Verderben bewahrt.

00:27:43: Wer nämlich im entscheidenden Moment ein weißes Tuch – und sei es noch so schäbig zur Schau trägt – der signalisiert seinen unbedingten Friedenswillen und beendet wenn auch einseitig jede Kampfhandlung!

00:28:02: Und so ist es schon seit Jahrtausenden.

00:28:05: So ist es auch in der Hager Landkriegsordnung festgelegt, und so geschah es auch

00:28:13: am vierten

00:28:14: April,

00:28:15: nineteenhundertfünfundvierzig.

00:28:17: zu

00:28:17: Gute!

00:28:21: Da hingen nämlich etliche weiße Fahnen aus den Fenstern des Friedensteinen weit hinsichtbar – auch nach Norden und Süden.

00:28:29: Denn von dort näherten sich amerikanische Truppen und schossen Richtung Stadt.

00:28:36: Josef Ritter von Gadolla war nicht nur ein österreichischer Offizier der Wehrmacht, sondern auch Kampfkommandant des sogenannten

00:28:45: festen

00:28:46: Platzes Goja!

00:28:47: Doch er hatte weder Soldaten noch Waffen um die Stadt wie von den fanatischen Machtrabern gefordert bis zum letzten

00:28:54: Mann

00:28:54: zu verteidigen.

00:28:56: Da

00:28:57: fehlte er eine folgenschwere Entscheidung Er verließ seine Kommando-Zentrale im Ostturm des Friedensteins und lief hinüber zu den letzten versprengten Posten des Volkssturms.

00:29:09: Geht's nach Hause, Jungs?

00:29:11: Hier wird nix mehr

00:29:12: verteidigt!

00:29:14: Der Arme ist

00:29:14: da – der Krieg ist

00:29:16: zu Ende!

00:29:18: Kaum sah die Amerikaner mich ... Und diverse andere Bettlagen aus den Fenstern von Schloss und Rathaus hängen stoppten sie den Beschuss der Stadt.

00:29:30: Und um Ihnen zu versichern, dass das mit den weißen Fahnen und der Kapitulation seine Richtigkeit hatte, wollte der Kampfkommandant Gaddola – der nun keiner mehr war – den anrückenden Truppen entgegenfahren.

00:29:45: Er liese eine weiße Flagge auf die Kühlerhaube seines Autos montieren, band sich eine ebenfalls weiße Armbinde um und machte sich auf den Weg!

00:29:56: Ein erstes Mal wird er etwas nördlich vom Hauptmarkt von SS-Leuten aufgehalten und zurück in seine Kommandozentrale auf den Friedenstein geschickt.

00:30:08: Ein zweites Mal, am Abend des vierten April nineteenhundertfünfundvierzig fällt er einem motorisierten Flaggbataillon in die Hände und wird das Fahrrad bezichtigt.

00:30:19: Okay, Fahrrad!

00:30:21: Hört's doch auf!

00:30:23: Doch alles leugnen und diskutieren, alle Verweise auf operative Zweckmäßigkeit oder den gesunden Menschenverstand halfen nicht.

00:30:32: Gadolla wird nach Weimar gebracht vor ein Standgericht gestellt zum Todevorteilt und im Morgenkrauen des nächsten Tages

00:30:41: hingerichtet.".

00:30:43: Ich habe dieses Alles als Idealist getan um die Stadt nicht ganz dem Verfall und Tod zu übergeben Und ich kann nur sagen dass ich als alter Soldat diese meiner Handlungsweise voll verantworten kann.

00:30:58: Damit Gotha leben kann, muss ich

00:31:01: sterben.".

00:31:03: So klingen echte

00:31:05: Helden

00:31:07: und wir weisen Fahnen!

00:31:10: Wir sind stolz darauf einen nicht unerheblichen Beitrag zur Bewahrung der schönen Stadt Gotha geleistet zu haben.

00:31:22: nimmt die Geschichte.

00:31:24: ein trauriges Ende für Gardalla, ein glückliches Ende für die Stadt und sie beschert mir einem alten unscheinbaren Stofffetzen ein ehrenvolles Weiterleben.

00:31:48: Wir hatten jetzt eine historische Fahne, die gesprochen hat.

00:31:53: Vielleicht gehen wir noch mal auf die, die jetzt bei euch entstehen.

00:31:55: oder so allgemein was ihr genauer vor habt?

00:31:57: Ihr habt ja schon ein bisschen erzählt.

00:32:00: Wimpel... Was wimpelt da so?

00:32:02: wie macht ihr das?

00:32:04: Also es wird immer beim Feiern muss immer geschmückt werden und bei Festen muss geschmickt werden.

00:32:09: Was rauskommt?

00:32:11: ich bin gespannt im Idealfall einer Vielfalt was bunt ist ne Lebendigkeit bewegen sich wunderbar im Wind und machen es irgendwie heimlich.

00:32:23: Und bei den Fahnen bin ich sehr gespannt, denn da wird ja tatsächlich Geschichte reingewebt, Geschichten oder reingestickt oder reingeplottet, gemalt ge...

00:32:34: Siebdruckt!

00:32:35: ...gesiebt druckt, gelawendeltruckt.

00:32:42: Ja und dann freue ich mich einfach auf die Art der Präsentation an den verschiedensten Orten.

00:32:47: Da arbeiten wir mit zwei KünstlerInnen zusammen, einer lebt in Dessau, kommt aus Kolumbien Leo Mesa, der macht auch unsere Grafik.

00:32:56: also er hat diese ganz tollen Wunderschöne genau das sind ja.

00:32:59: letztes Jahr war es für jedes einzelne Dorf hatte sich wirklich die Mühe gemacht immer ein prägnantes Gebäude zu illustrieren.

00:33:06: Er ist mit dabei in der Gestaltung dann vor Ort, mit den Leuten und Franziska Schnaus die vor Ort ist.

00:33:13: Die vielen mit Art der Stadt macht ein Guter.

00:33:16: Genau Theater, Bühnenbild... Und ja sie kann auch sehr viel Textilkunst machen und es geht darum einen Rahmen zu schaffen in dem die Leute selbst kreativ werden können und wo wir uns nicht unbedingt einigen müssen auf die eine Geschichte, die erzählt wird.

00:33:33: Also das ist ja oft bei Fahnen gerade wenn man so an Nationalstaatliche fahndenkt.

00:33:37: Die wird ja dann auch gesetzlich festgelegt.

00:33:39: und so wie genau ist sie?

00:33:41: Wie ist die Quadrierung?

00:33:42: Wie wurde es hier aufgeteilt und so... Wir haben jetzt auch sehr viel in der Recherche schon an Heraldic gearbeitet fahren Kunde und werden das auch reintragen, weil es total interessant ist.

00:33:54: Blasonieren wie man richtig blasoniert also fachgerecht ein Wappen beschreibt zum Beispiel.

00:34:00: Kannst du mal eins fach gerecht beschreiben?

00:34:05: Das machen wir dann in den Workshop.

00:34:09: Es geht darum dieses Wissen zu teilen und gleichzeitig aber auch eine Vielstimmigkeit herzustellen.

00:34:15: Also die Wimpel zum Beispiel sind ja wie die kleinen Schwestern der Fahnen.

00:34:18: Ich glaube, dass auch das Wimpelherstellen den Druck wegnimmt.

00:34:22: Weil so eine Fahne hat schon was

00:34:23: ... ich

00:34:26: habe gerade eine Erinnerungspahne vor Augen.

00:34:30: Man sorgt für Respekt bei mir in der Herstellung und da ist... Wenn du erst mal Wimpel machst und ein bisschen einfach, dann kannst du dich so langsam ran tasten.

00:34:39: Und nimm dem Ganzen vielleicht auch so ein bisschen den Ernst.

00:34:41: Wir werden mit Stoffblumen arbeiten.

00:34:44: Das war auch ein großes Ding gerade Anfang des neuen Jahrhunderts.

00:34:47: Seidenblumen und Festanz gelandt.

00:34:51: Da muss ich daran denken.

00:34:53: also ein Objekt was wir sehr gerne mögen dass jetzt halb jugendfrei ist von... von Emil August.

00:35:02: Der Herzog Emil August, der ja der queere Herzog sozusagen war und sehr flamboyant und er hat ja ein Tee Service das ist im Schloss wo so die Tasse mit diesen Verlusten drauf und die fliegen ja zwischen den ganzen gelandten.

00:35:20: Und das war eben auch sehr wichtig in der Ästhetik des frühen Nineteen Jahrhunderts, aber dann später bei diesem Rheinland-Brona Trachtenfest zum Beispiel kommen diese Gelandten auch vor und unschwebt es so vor, dass wir das mit den Leuten dort fortmachen.

00:35:33: Aber was am Ende entsteht?

00:35:35: Das entscheiden wir gemeinsam.

00:35:37: Es liegt in den Händen der Menschen, die noch zu den Workshops

00:35:39: kommen.

00:35:39: Okay, d. h., man muss sich genau angucken ob sich neben der Gelande etwas versteckt.

00:35:45: Ja, und was macht ihr sonst noch?

00:35:46: Ihr habt eben schon über dieses Essen gesprochen.

00:35:50: Erklärt es doch nochmal dieses aufgeklärte historisch aufgeklärter Essen.

00:35:54: Informiert!

00:35:55: Informiert also ist ein...

00:35:57: Also Essen verbindet ganz schnell.

00:35:59: das haben wir letztes Jahr auch wenn wir's vielleicht vorher schon wussten aber letztes ja vor Ort immer wieder gemerkt und dann wurden eben historische Speisen angeboten.

00:36:10: Amaritta zum Beispiel war der absolute Renner.

00:36:12: Tost mit

00:36:14: einem

00:36:15: oder was ist

00:36:16: das?

00:36:16: Ja genau, also da muss ja darum geht auch altes Brot wieder zu verwerten.

00:36:19: Genau.

00:36:21: Amarita

00:36:23: den Suppe... Oder der palästinensische Feigenbraten, das war das Lieblingsgericht von... Das war ein Abt in einem kleinen Bischof.

00:36:33: Im Leipzig!

00:36:34: Genau.

00:36:36: Also Natascha, die das mit uns macht hat sehr viel Recherche betrieben und tut es auch jetzt gerade wieder für dieses Jahr wo's wirklich darum geht in ganz alte Rezepte hineinzuschauen da ist auch die Forschungsbibliothek total hilfreich für Und dann da Rezepten zu finden die überraschend sind die gleichzeitig aber auch lokal was erzählen.

00:36:58: ein Rezept zum Beispiel letztes Jahr war erst mal als Gericht vielleicht nicht so eigenartig ist im Pflaumkuchen, in Zwetschenkuchen.

00:37:07: Aber es ist halt die Wangenheimer Zwetsche!

00:37:09: Und aber ganz wichtig dass dieser Pflaumenkuchen auch klatschnass sein muss.

00:37:13: Also schön durchgesuppt und dann zeugtest davon das man einfach viel hat.

00:37:20: Das ist der Stolz.

00:37:21: also da gibt es eine Geschichte dazu?

00:37:23: Genau,

00:37:23: eine Dorfgeschichte zu

00:37:25: Alten Bergen, Katterfeld

00:37:28: wo am Dorfmuseum ja noch sehr viele dieser alten Haushaltspraktiken gelehrt werden.

00:37:34: Die machen so Museumsnachmittage, wo es dann darum geht auch der jungen Generation die große Wäsche zum Beispiel zu bringen oder zu zeigen wie das geht.

00:37:41: Könnt ihr dazu was sagen ob das auch angenommen wird?

00:37:43: Oder ob das wirklich eher aussterbendes Wissen ist?

00:37:48: Also ich glaube generell kann man dazu nicht sagen, aber im alten Bergen-Katterfeld funktioniert es.

00:37:54: Wir waren beim Museumspest dabei und dann werden auch immer Sondertage angeboten wo es um große Wäsche geht oder wo man Butter schlagen kann in einem Butterfass.

00:38:05: Und da kommt Kindergarten und ja Kinder dazu!

00:38:10: oder auch eben Erwachsene, die es interessiert.

00:38:12: Also ich glaube schon dass das Interesse da ist, das zu erleben.

00:38:16: Ja und das sind ja aber auch immer Portale hinein in ein Verhältnis zur Umwelt.

00:38:21: Das klingt ja so ein bisschen kompliziert... Aber an sich werden diese Praktiken ja nicht überleben weil sich die Welt so sehr verändert hat.

00:38:29: also es gibt Waschmaschinen heute und aber gleichzeitig bedeutet das hier auch so einen Umdenken und nochmal zu schauen was ist eigentlich für den Aufwand?

00:38:36: Was steckt da eigentlich für eine Technologie heute dahinter?

00:38:40: Was waren das für Lebenswelten, aus denen wir uns auch heute wieder was rauspicken können?

00:38:44: Also eine so eine Geschichte ist es in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Isolierung immer weiter folgt geschrittenes von Gebäuden.

00:38:52: Was natürlich irgendwie gut war, da ging's auch um Wärme Aber dass dadurch auch Schimmel in Gebäuden immer mehr ein Thema wurde und das früher Gebäude vielmehr so gebaut wurden, dass sie in sich ein lebender Organismus sind.

00:39:02: Wo das Klima sich selbst besser reguliert.

00:39:04: Das ist ja heute entdeckt man ja auch Lehmputz zum Beispiel wieder neu.

00:39:07: Also das sind solche Dinge die man an bestimmten Punkten in der Geschichte zurückgelassen hat aus einem Fortschritt heraus.

00:39:13: Es geht nicht darum zu sagen, es ist gut oder schlecht sondern das ist so, das ist passiert, das hat Sinn gemacht in dem Moment.

00:39:18: aber vielleicht gibt's doch Dinge wie man sich nochmal anschaut, die man noch mal hervorholt Und das ist ja, dass was diese Dorfmuseen und die Ortsgründestinnen so tun.

00:39:27: Das es nicht einfach nur verschwindet?

00:39:29: Ja!

00:39:30: Es ist schön wie ihr das belebt weil bei Ortsmuseum hat man oft so etwas vor Augen.

00:39:35: Das wird irgendwie einmal die Woche aufgeschlossen.

00:39:36: Es ist alles verstaubt und man kommt nicht ran oder man hat keinen Zugang aber den schafft ihr dann.

00:39:42: Ich glaube auch, dass das immer ein Klischee ist, weil die meisten gehen gar nicht erst hin.

00:39:47: Also dieses Klischees hat sich durchgesetzt ohne dass man es überprüft.

00:39:53: Und wenn wir es schaffen, damit nochmal eine überregionale oder größere Aufmerksamkeit für genau diese Orte zu finden umso besser.

00:40:03: Ich glaube auch so viel Ruhm gebührt uns da ja gar nicht weil da steckt soviel Ehrenamt drin.

00:40:11: die machen das seit Jahrzehnten und sie machen das auch trotz aller Wegsparungen und Widerstände.

00:40:19: Also wenn die nur einmal in der Woche offen sind, dann liegt es daran dass das halt eher namentlich alles getan werden muss und dass da Leute sein müssen, die die Tür aufmachen und den Wachdienst machen oder wie man das aussieht und so.

00:40:31: Ja man kann jetzt hier ewig weiter reden wir sind aber schon wieder mit der Zeit relativ am Ende.

00:40:35: also vielleicht kann man sagen es geht am einzwanzigsten Juni geht's los läuft dann an verschiedenen Orten bis letztlich zum Museumsnacht Ende Oktober in Gotha.

00:40:48: Und wer jetzt auch so Blut geleckt hat und diese ganzen Geschichten so schön findet, da kann ich nur noch mal verweisen auf die Hörspiele, die da entstanden sind weil sie wirklich sehr, sehr schön sind und man hat auch gleich dieses Beseelte von den engagierten Menschen, die einfach die Geschichte oder die Kultur am Leben erhalten findet man dort auch.

00:41:08: Ja, auch unsere Bilderwelt sollte angesehen werden auf den unterschiedlichen Kanälen der Wunderkammer.

00:41:16: Die erzählten dann zu den Hörspielen noch die Geschichten vor Ort

00:41:20: und wir schreiben das alles nochmal in die Shownotes, dass man es auch auf jeden Fall findet.

00:41:24: Und beim Bildmaterial kann man ja genau hingucken welche Gelände man dann so... Genau!

00:41:31: Dann vielen Dank an euch.

00:41:34: ich bin sehr gespannt Bis bald.

00:41:38: Danke schön, wir freuen uns auch auf den Sommer!

00:41:41: Wird gut ...

00:41:54: Heute sind wir mit Valentin Schmel und Constanze Böhme über Städte, Länder und Schlösser gereist und haben das Thüringische Dorfleben kennengelernt.

00:42:03: Jürgen Sieber und Gisela Schopf-Pfauch haben uns zum Tanz geladen und ein weißes Stück Stoff.

00:42:09: hat Frieden gestiftet.

00:42:11: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Friedensteiner Funktenschlag!

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