#34: Friedenstein rockt! Seit 375 Jahren
Shownotes
Michaela Barchevitch ist die Intendantin der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Sie stellt uns das diesjährige Programm ihres Orchesters vor, bei dem sich die Prinzen Giovanni Zarella und Northern Lite die Klinge in die Hand geben. Wir lassen die lange Orchester-Geschichte Revue passieren und schauen erwartungsvoll und optimistisch in die Zukunft. Klassik, Rock und Pop? Es ist für jeden etwas dabei. In Gotha rockt‘s!
Beitrag 1 Nils Wanderer ist der diesjährige „Artist in Residence“ der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Vor wenigen Wochen noch war er an der Met in New York. Wir haben mit ihm über seine Liebe zur Musik gesprochen.
Beitrag 2 Irgendwo im Gothaer Depot steht eine Glasharmonika mit 44 Glasschalen. Ende des 18. Jahrhunderts in der Nähe von Gotha, erinnert sich die vornehme Dame an längst vergangene Zeiten und an einen gewissen Benjamin Franklin…
Links Das ganze Programm der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach: https://www.thphil.de/
Hier gibt es mehr über Nils Wanderer, seine vielen Stimmen und Auftritte: https://www.nilswanderer.de/
Christa Schönfeldinger ist einer der Stars der Glasharmonika-Szene. https://glasharmonika.at/home/ensemble-christa-schoenfeldinger/ In ihrer eigenen Manufaktur stellt sie die bemerkenswerten Instrumente her: https://www.glasharmonika-manufaktur.com/
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Ich werde meine Erfindung an die Italiener verkaufen, denn die Italiener sind die Nation von la musica.
Was zum Beispiel spielt man jetzt auf dem Saurier-Erlebnispfad?
Für mich war immer sehr wichtig, als Künstler frei sein zu dürfen.
Das sind die großen Momente. Für die es sich wirklich lohnt…
Friedensteinfunk, der Podcast der Friedenstein-Stiftung Gotha. Folge 34: Friedenstein rockt! Seit 375 Jahren.
Hallo und herzlich willkommen zu Folge Nummer 34. Wir sitzen heute hier in der passenden, wunderbaren Kulisse. Die Vögel singen und auch bei uns wird es heute sehr musikalisch mit einem sehr besonderen Gast, mit der Intendantin der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach, Michaela Barchevitch. Hallo, herzlich willkommen.
Vielen Dank, herzlichen Dank für die Einladung.
Ja, gerne. Und mein Name ist Susanne Finne-Hörr. Wir sind wieder im Ostgarten von Schloss Friedenstein mit Vögeln unter der Blutbuche sitzen wir hier.
Es ist wunderschön hier.
Ja, es ist noch schön warm und…
Ja, schön warm, aber der Tag wird warm, aber im Moment ist es noch sehr angenehm.
Ja, es freut mich, dass Sie die Zeit überhaupt gefunden haben, weil ich habe gelesen, dass Sie dieses Jahr 130 Konzerte spielen. Sie haben ein Jubiläumsjahr, das ist der Grund auch, warum wir zusammensitzen. „Wanderer zwischen den Welten“ heißt das Jubiläum. „Thüringen entdecken mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach“. Aber bevor wir darauf eingehen, würde ich gerne mal über Sie vielleicht sprechen. Sie sind in der Slowakei geboren, Martin, spricht man das?
Ja, Martin.
Und hätten Sie sich denken können damals schon, dass Sie in der Partnerstadt Jahre später mal als Intendantin arbeiten würden?
Nein, das hätte ich mir damals nicht denken können, aber es war eine wirklich wunderschöne Überraschung, als ich zum ersten Mal nach Gotha reingefahren bin und die Partnerstädte erblickt habe, und eine der Partnerstädte war tatsächlich Martin. Da fühlte ich mich irgendwie automatisch ein bisschen zu Hause angekommen.
Und Sie sind ja eigentlich nicht Musikerin, sondern Sie haben Politik studiert, Kultur und Geschichte. Wie war Ihr Weg dann zur Musik?
Und Kulturtourismus.
Ach so!
Das war das Allererste in der Slowakei. Dann bin ich nach Deutschland gekommen und habe hier noch mal in Jena studiert. Ja, wie es im Leben ist. Man trifft natürlich auf unterschiedliche Menschen und geht neue Wege. Und auch in dem kulturtouristischen Bereich haben Sie natürlich ganz viel zu tun mit Musik. Und so bin ich zu den ersten Festivals gekommen in der Organisation, und mit 21 war ich schon quasi beim ersten Festival organisieren. Und so ging das eigentlich die ganzen Jahre. Diese Tätigkeit hat mich immer wieder begleitet, auch wenn ich vielleicht paar Jahre auch nicht direkt in der Kultur gearbeitet habe, aber trotzdem war ich mit Festivals in Verbindung. Und ja, so hat sich das natürlich auch noch mal verstetigt durch die Zusammenführung der Wege mit meinem Ehemann, mit dem Alexej Barchevitch.
Er ist der erste Geiger bei Ihnen im Orchester.
Er ist der Konzertmeister, er war übrigens früher in Gotha als ich, an der Thüringen Philharmonie. Ja, und seit vielen, vielen Jahren organisieren wir zusammen unterschiedliche Konzerte, aber auch außerhalb der familiären Kreise, wo wirklich jeder einen Musiker ist, Schwiegermutter ist Pianistin, der Schwiegervater war lange Jahre Stimmführer der zweiten Violinen im MDR-Orchester. Und ja, also man ist im Prinzip tagtäglich umgeben von Musik und schreitet in die Tage.
Beschwingt durch den Tag oder genervt, weil es manchmal ein bisschen viel ist?
Nein, ich glaube, Musik kann nie zu viel sein. Das ist das Schöne daran. Vielleicht das organisatorische Drumherum. Aber Musik an sich ist eigentlich die Inspiration.
Sie sind auch so wie so eine Wanderin zwischen den Welten, also einmal zwischen wahrscheinlich knallharte Managerin und auf der anderen Seite so das Geistige, Schöngeistige.
Ja, das ergänzt sich immer gut. Und wir haben auch, Sie haben ja die schöne Möglichkeit, wirklich umgeben sein von schönen Sachen, Gegenständen, umgeben von Menschen, die sowieso sehr viele Gedanken austauschen und rege Gespräche führen. Und das ist, glaube ich, für unseren Alltag im Management, was ja wirklich nicht immer nur schön und einfach ist, ein sehr, sehr schöner Ausgleich.
Ja, wir haben ja auch was gemeinsam eigentlich. Also Ernst der Fromme, bei uns jetzt, für die Friedenstein-Stiftung, war ja praktisch die Keimzelle unserer Museen. Also, er hat ja die Kunstkammer gegründet hier auf dem Friedenstein. Und bei Ihnen war es 1651 die herzogliche Gothaer Hofkapelle.
Ja, genau.
Und 375 Jahre ist das her. Ich glaube, damals waren es 15 Musiker?
Ja, 14, 15, die Quellen sind nicht ganz genau, und ich denke, auch davor gab es natürlich schon Musiker, Kapelle in Gotha oder am Hof, aber so wirklich dieser Gründungsmoment wäre das Jahr 1651. 1950, und damals zählte die Kapelle 14 Musikerinnen und Musiker, die fest hier an der Kapelle gewesen sind. Und natürlich hat sich das durch die Jahrhunderte immer gewandelt.
Da gab es noch Instrumente gar nicht, die es heute gibt zum Teil.
Das stimmt. Und das ist ja aber auch, jetzt nehme ich schon den Ausflug eigentlich in das Jetzt, weil wir gehen ja an den ursprünglichen Ort der Entstehung auch jetzt mit unserem Barockorchester der Thüringen Philharmonie, was ja eine Art Friedenssteins Hofkapelle genannt werden darf. Und wir greifen zu Originalinstrumenten und spielen authentisch informiert an unserem Entstehungsort, also Ekhof-Theater, in unserem wunderschönen Schloss und huldigen die Zeiten der Hofkapelle.
Das ist dann Violine oder welche Instrumente Was für Instrumente sind das? Ist Bratsche dann dabei? Cello?
Die Streicher, die ersten, zweiten Violinen, Bratschen, die Celli, Kontrabass, dann kommt natürlich ein Cembalo dazu. Das Basso continuo wird ergänzt durch Fagotte und dann natürlich sind das die Oboen und die Instrumente, die immer variieren, je nachdem wie die Besetzungen sind, aber Hörner, Trompeten, also dieser wunderschöne barocker Glanz, Klang, der beispielsweise bei der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel zu hören ist, ja, das ist alles auch bei uns jetzt auch im Ekhof-Theater bei unseren Aufführungen zu erleben.
Und manchmal kommt ja auch noch ein Artist in Residence dazu, Nils Wanderer.
Ja, in diesem Jahr ist es ein Artist in Residence, der mit seinem Wesen und seiner Kunst sehr gut zu dem Spielzeitmotto der aktuellen Spielzeit, der Jubiläumsspielzeit, passt. Nils Wanderer bezeichnet sich selber als Wanderer zwischen den Welten, und wir nun ja auch. Und der Wunsch entstand, Nils Wanderer anzusprechen, ob er sich das eventuell vorstellen könnte, mit seiner Kunst unsere Spielzeit zu bereichern, und er war gleich auch sehr begeistert von der Idee, weil er das sehr interessant fand, sowohl wir als auch er sich zwischen den Welten befinden. Ich habe natürlich auch gefragt, ob das möglich ist, dieses Motto so zu halten, weil sein Festival nennt sich genauso, und da hat er gesagt: Nein, nein, das passt sogar sehr gut, weil dann können wir damit spielen, wir können Geschichten erzählen und ich bin auch wirklich sehr glücklich, dass Nils Wanderer diese Liaison, diese Partnerschaft mit uns in diesem Jahr eingegangen ist. Ich wusste schon länger, dass ich diese Spielzeit als Wanderer zwischen den Welten ganz bewusst bezeichnen möchte. Warum? Weil wir wirklich zwischen den Welten wandern seit vielen, vielen Jahrhunderten und nicht nur zwischen den Welten, sondern zwischen den Orten auch. Wir haben ja eine sehr bewegte Geschichte als Thüringen Philharmonie.
Es gab nicht nur einfache Zeiten in der Vergangenheit, auch in der jüngsten Vergangenheit, vielleicht die Zeit der letzten 50 Jahre. Da hat sich die Philharmonie mehrfach transformieren müssen, auch aufgrund einfach der politischen Umstände im Land. Und ja, vom Landessinfonieorchester Gotha über Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl, Thüringen Philharmonie Gotha und jetzt sind wir seit der letzten Fusion 2017 die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach und insofern ist dieser Titel Wanderer zwischen den Welten, glaube ich, wirklich sehr passend für uns. Man kann sich, wenn dann auch ein bisschen der Einblick in das Programmheft genommen wird und in die Beiträge, die wir dort haben, man kann sich sehr gut vorstellen, was diese Philharmonie erlebt hat und warum das Motto so gewählt ist.
Und was Sie auch erlebt haben. Wie gehen Sie in solche Gespräche rein? Oder ich meine, da geht es ja letztlich um alles, also da braucht man ja auch einige Fähigkeiten. Was wäre das?
Ja, die Fähigkeit zum Dialog, finde ich, ist an allererster Stelle, weil es kommen so viele unterschiedliche Momente und Menschen und auf der politischen Ebene natürlich, auf der menschlichen Ebene, im Inneren des Orchesters. Es kommen einfach sehr viele Faktoren dazu, die eine Rolle spielen, und ich glaube, die hohe Kunst ist die Kunst des Dialogs in dem Moment. Dass alle miteinander wirklich in einem, ja, manchmal auch mit streitbaren Themen und nicht reibungslosen einen furchtlosen Dialog, aber immer so, dass wir respektvoll und mit Empathie miteinander umgehen und dann mit Sicherheit auch einen Weg, einen Ausweg oder einen neuen Weg, ein neues Ziel gemeinsam finden. Seit 2014 mehrfach hatten wir solche Situationen. Es ging eigentlich gleich zu Beginn meiner Amtszeit um die Finanzierungsverträge für die Philharmonie. Da war es natürlich auch für mich erst mal die große Herausforderung, sich sofort in diese Situation einzufühlen und auch zu sehen, wo eigentlich die Stärken und die Schwachstellen sind und was könnten wir denn auch mit den Partnern sinnvoll kreieren. Und durch die vielen Gespräche kam dann diese Idee, mit der Landeskapelle Eisenach zusammenzukommen, weil natürlich auch die Landeskapelle zu dem Zeitpunkt nur noch 22 Musikerinnen und Musiker hatte. Und das ist vielleicht nicht so schön gesagt, aber zu groß zum Sterben und zu klein zum Leben.
Weil in Eisenach haben wir die wunderbare Ballettsparte, das wunderbare Ballett, und jetzt in dieser neuen Konstellation, und das ist das Schöne, können wir natürlich fast alle Ballette begleiten. Es ist ganz wichtig, dass die Menschen auch hinter solchen Fusionen stehen, und wir können uns wirklich sehr glücklich schätzen, dass an beiden Standorten, sowohl in Gotha als auch in Eisenach, die Menschen wirklich hinter dem Orchester davor standen, jetzt hinter der Philharmonie stehen, und wir sind einfach sehr glücklich darüber.
Das heißt, Sie wandern dann auch zu zwischen der Welt der Musiker, also um die mitzunehmen, dann der Politik, gleichzeitig aber auch wieder der Kunst, weil Sie sind ja auch für die Spielpläne letztlich zuständig, entscheiden, was gespielt wird.
Nils ist nun wirklich jemand, der sich zwischen den Welten befindet, jemand, der einfach auch vermittelt zwischen den Menschen, zwischen musikalischen Stilen, und das tun wir ja auch als Philharmonie, und deshalb passt er in das Miteinander dieser Spielzeit.
Ja, schön. Und Claudia hatte die Chance, sich mit ihm zu unterhalten. Und ja, hören wir mal rein.
Ja, ich habe ja zwei Stimmen in meinem Körper und ich kann gerne mal probieren, so ein bisschen was auf euch anzusingen, dass ihr mal so einen Eindruck davon habt.
Lascia ch’io pianga mi cruda sorte…
So hört es sich an, wenn Nils Wanderer seine Countertenorstimme auspackt und Händel singt.
Und dann als Bariton: "So white are the nights, St. Petersburg." St. Petersburg.
Ungefähr so.
Ungefähr so? Fantastisch! Die zweite Hörprobe war übrigens sein eigener Song und beide werden im Programm mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach zu hören sein. Barock und Pop. Für Nils Wanderer gibt es da überhaupt keinen Widerspruch.
Für mich war immer sehr wichtig, als Künstler frei sein zu dürfen und mich in allen Weisen, in denen ich lebe, mich ausdrücken zu dürfen. Und natürlich komme ich aus dem Barock. Das sind meine Wurzeln, das ist meine Heimat. Ich komme aus einem Knabenchor, habe dann auch Barockgesang studiert und dann auch noch klassischen Operngesang studiert und habe dann aber auch in der Zeit Komponistinnen kennenlernen dürfen, die ich sehr inspirierend fand. Und so begann meine Arbeit in der neuen Musik. Und darüber hinaus war ich immer als queere Person sehr an der Popmusik, elektronischen Musik interessiert und dachte mir irgendwie, das müsste eigentlich schön sein, das zu verbinden, und habe dann eben mit verschiedenen Künstlern zusammengearbeitet. Und so war das wie ein Experiment. Step by step kam ich mehr in mein Selbstbewusstsein, auch mit dieser Art von Musik. Und jetzt seit über 10 Jahren arbeite ich wirklich genreübergreifend und mache Musik wirklich vom Barock über neue Musik, wie jetzt auch an der Met, bis hin zur elektronischen und auch Popmusik mit verschiedenen Künstlern. Ich liebe das sehr. Das ist ein großes Privileg und eben auch für mich die größtmögliche Freiheit, mich ausdrücken zu dürfen.
Ja, wir haben richtig gehört. Nils Wanderer kommt gerade aus New York zurück. Wo er drei Monate lang an der Metropolitan Opera gesungen hat. Kaum zurück in Europa hat er Konzerte in Clubs gegeben und bereitet sich nun auf seinen Auftritt mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach hier bei uns auf dem Friedenstein vor. Das Wandern zwischen den Welten ist ihm Freiheit, Glück und Notwendigkeit zugleich.
Wanderer zwischen den Welten ist ein Programm, welches über die Jahre entstanden ist, immer wieder auch sich verändert und sich neu erfindet. Und in dem Programm geht es um 400 Jahre Musik, also von der Barockmusik, von meinen Wurzeln, Vivaldi, Händel, Bach, Purcell, dann hin zu romantischeren Stücken: Strauss, Schubert, Wagner. Und dann schlagen wir diesen Bogen ins Musical: Sondheim, Cats, Memory, aber auch meine eigenen Musicals, die ich gesungen habe. Ich habe den Todesengel gesungen in Romeo und Julia am Theater des Westens mit Musik von Rosenstolz, Peter Plate, Ulf Leo Sommer. Da gibt es meinen Song St. Petersburg und darüber hinaus auch dann wirklich in die Neue Musik, in unsere Jetztzeit. Halleluja von Cohen, Sting, Fragile und so weiter. Und das sind für mich einfach diese Spannungsbögen, die ich gerne baue, weil ich auch das Publikum emotional erreichen möchte. Ich möchte den Menschen sozusagen mit einem roten Faden durch meine Welt führen.
Wer möchte nicht diese Hand ergreifen und einfach mitwandern oder auch mitsingen? Denn auch das darf man in Nils Wanderers Konzerten. Ob das Gothaer Publikum dann aber auch seine Weltklasse erreicht, bleibt abzuwarten. Aber Spaß wird es in jedem Fall machen.
Es ist ein sehr berührendes Programm, wenn ich das mal so selber sagen darf, und… Genau, mir geht es immer darum, Menschen zu erreichen, weil ich komme selber aus dem Handwerkshaushalt und ich habe immer auch so ein bisschen als Vorbild, was würden meine Eltern gerne hören, was würden aber auch Menschen hören, die die klassische Musik wirklich lieben. Und ich möchte auch noch mal klarstellen, dass ich niemals an der Qualität der Musik schraube oder da weniger als 100% geben möchte, sondern mir geht es einfach darum, dass wir verschiedene Musikgenres auf ein gleiches Podest heben und gleichstellen. Ich möchte sozusagen die Popmusik genauso gewissenhaft und genauso intensiv musizieren wie die klassische Musik. Und ich glaube, darin liegt auch das Geheimnis.
Das Geheimnis des Mannes mit den zwei Stimmen und dem großen Herzen und einer Begegnung, die noch lange in uns nachhallen wird. Danke, Nils Wanderer. Und damit zurück zu Michaela Barchevitch und Susanne in unserem Open-Air-Studio im Ostgarten.
Nils Wanderer, Sie haben eben schon gesagt, auch dass er von der barocken Oper herkommt. Also das ist ja jetzt etwas sehr auch doch Klassisches und vielleicht etwas, das nicht unbedingt jeden heute mehr mitnimmt.
Natürlich ist es eine Form, die wir als Philharmonie pflegen und auch pflegen möchten, weil es einfach zu unserer Identität gehört. Und natürlich diese Schönheit der barocken Oper, das ist etwas Einmaliges, und wir bringen das auch in diesem Jahr im Rahmen des Ekhof-Festivals, wie auch alle Jahre, im Fokus, fokussieren wir uns auf besondere Werke, auf besondere Stücke. In diesem Jahr vielleicht kann ich hervorheben den Orpheus und Eurydice von Gluck, eine Reformoper kann man sagen, und natürlich ein ewiger Stoff, der aber so wunderschön in Musik gekleidet wurde und mit fantastischen Sängerinnen und Sängern, mit dem Chor Cantus Thuringia unter der Leitung von Michael Hofstetter. Ein solch lebendiges Stück, wenn man es erlebt, dann muss man sich eigentlich nur noch verlieben. Und mit Nils Wanderer haben wir auch ein paar interessante Konzerte, die variieren sehr, auch in der dramaturgischen Ausgestaltung voneinander, und wir hören ihn ja im Rahmen des Friedenstein Open Air im Sommer, das ist das allerletzte das Orchesterkonzert, die Night of Philharmonic Proms mit Nils Wanderer und seinen Freunden. Ja, aber er ist auch noch im September für das Publikum in einem barocken musikalischen Gewand zu erleben, und das ist sehr passend. Da schaue ich wieder zu Ihnen, zu der Rembrandt-Ausstellung, weil das Programm haben wir Licht und Schatten genannt, und es ist natürlich angelehnt an die Malerei von Rembrandt.
Selbstbildnis mit den verschatteten Augen oder ja insgesamt, ja, nee, das ist schön, danke, dass Sie das sagen. Wir hatten auch gerade letzte Folge, war eine Rembrandt-Folge, hatten wir die Kuratoren da, das war auch sehr nett. Empfehlung für alle, noch mal reinzuhören.
Absolut, absolut. Und wir dachten uns also, diese Ausstellung muss absolut mit einem musikalischen Programm im Ekhof-Theater begleitet werden, deshalb auch herzliche Einladung für alle, die dann zur Ausstellung kommen, oder Sie sollen bitte zur Ausstellung kommen und dann vielleicht noch dieses schöne Programm mitnehmen, wenn man bisschen mehr Zeit in Gotha verbringen möchte. Und ja, wir lehnen uns einfach an die Tonmalerei aus Licht und Schatten und bewegen uns zwischen den barocken Welten, auch mit bisschen ein paar Ausflügen vielleicht weiterhin zur Romantik, aber es ist im Prinzip dann der Nils Wanderer, ja, in dieser klassischen Rolle des Counterten zu erleben.
Sie versuchen jetzt auf viele Arten und Weisen trotzdem auch schon die jungen Musiker, die Zuhörer, dann ganz früh zu begeistern. Da haben Sie sich ja auch viel überlegt.
Ja, das ist ganz wichtig, weil natürlich, wenn die Kinder nicht an die Musik herangeführt werden, dann wissen sie gar nicht, dass sie etwas verpassen, und das sehe ich absolut, dass wir als Philharmonien, als Kulturinstitutionen, die Programme kreieren und erschaffen für Große, natürlich für das junge Publikum auch produzieren sollen, müssen, und das auch sehr publikumsgerecht, diesem Publikum gerecht. Und wir haben jedes Jahr mehrere Programme in der Spielzeit, die sich an Kinder, Familie, Jugendliche, Schülerinnen und Schüler richten. Jetzt ein Paradebeispiel. Und wieder überleite ich bisschen zu Ihnen, weil wir haben ja ganz viele gemeinsame Themen. Das ist ja auch das Ziel unserer Kooperation, dass wir uns fokussieren vielleicht auch auf die Ausstellungen oder Exponate. Und jetzt, wir haben die wunderbaren Tiere im Turm, da leiten wir manchmal mit den Programmen, weiß ich nicht, Karneval der Tiere oder die Bremer Stadtmusikanten, da verweisen wir immer auch auf die Ausstellung. Vorstellung hier, dass man das immer verknüpft, dass die Familien wirklich ein ganzheitliches Erlebnis, Familienerlebnis mit den Kindern planen können.
Ja, Sie sind herzlich eingeladen, auch mal vor Bono, dem Löwen, zu musizieren. Das ist ein tolles Stück da vom Karneval der Tiere.
Der König der Löwen zum Beispiel. Ja, genau. Vielleicht bei Sounds of Hollywood.
Ja, nee, schön. Genau, da wollte da möchte ich auch noch mal drauf eingehen. Also Sie haben ja jetzt einen Spielplan, der eigentlich gar kein Spielplan ist, sondern fast eher auch ein Tourismusführer, und ich habe auch gelesen, dass jeder Ort eine Aura hat und man muss sich auch mit der Musik so ein bisschen an die Aura anpassen. Was zum Beispiel spielt man jetzt auf dem Saurier-Erlebnispfad oder in Hainich?
Das Dschungelbuch tatsächlich, und es ist eine wunderschöne Gelegenheit, dann vielleicht auch mit den mit den Rangers sich dann letztendlich die Gegend und die wunderschöne Natur anzuschauen.
Ja, das ist toll wirklich. Wir hätten hier vielleicht auch noch unseren anderen Gesprächspartner vorhin vorstellen sollen, aber wir wussten noch nicht, dass er kommen würde, dieser extrem, ich weiß nicht nervige, aber sehr auffällige, angenehme Vogel, der sich hier immer angenehm vorgesetzt ins Gespräch einschaltet. Und vielleicht haben die Zuhörer auch gehört, wenn Sie genau hinhören, es mischen sich auch Orgelklänge in unser Gespräch aus der Schlosskirche. Wir sprechen über Barockmusik und hören…
Ja, unsere Schlosskirche hat natürlich eine wunderbare Akustik und vielleicht gehe ich jetzt zurück zu der Hofkapelle, weil die Hofkapelle hat natürlich im Laufe der Zeit auch sehr berühmte und sehr prägende Hofkapellmeister In der Schlosskirche hat zum Beispiel einer der Hofkapellmeister Louis Spohr geheiratet, seine geliebte Dorette Spohr, Dorette Scheidler zu der damaligen Zeit. Sie war eine fantastische Harfenistin und auch Geigerin, auch Klavier hat sie gespielt. Sie hat ihn auch überall begleitet, aber eigentlich war das zu der damaligen Zeit eher unüblich, dass die Frauen so große künstlerische Laufbahnen gegangen sind, anders als heute, was ja wunderbar ist, dass wir heute uns diese Fragen nicht stellen. Aber sie war wirklich eine begnadete Harfenistin und zu der damaligen Zeit eine berühmte, eine Berühmtheit. Also das ist zu der Schlosskirche. Und Ludwig Spohr war natürlich hier zwischen 1805 und 1812, hat mit Carl Maria von Weber das Deutsche Musikfest, das zweite Deutsche Musikfest organisiert. Das war wirklich großartig und der Öffentlichkeit eigentlich schon geöffnet. Das war vielleicht das Interessante zu der damaligen Zeit überhaupt. Unsere Herzöge haben sich der Öffentlichkeit sehr geöffnet. Und wer aber sehr prägend war für unsere Hofkapelle, war Georg Anton Benda, der 28 Jahre lang hier der Hofkapellmeister war und einige wirklich wichtige Stücke auch in Gotha geschrieben hat.
In diesem Jahr zum Beispiel im Rahmen des Ekhof-Festivals kann man mit uns das Singspiel Romeo und Julia erleben, ein bisschen anders dramaturgisch gekleidet, als es ursprünglich war. Die Uraufführung war vor genau 250 Jahren. Wir spielen am 27. Oktober und die Uraufführung war am 25. Oktober im Ekhof-Theater. 250 Jahre und deshalb haben wir das zum Anlass genommen, in unserer Jubiläumsspielzeit.
Dass Sie alles mitdenken, wer, wann, wo, wie, also bewegen sich sehr gut zwischen den Welten oder zwischen den Zeiten auch.
Es ist ja auch, glaube ich, wichtig, weil das ist das Interessante für das Publikum, das Authentische.
Ja, ja, genau. Hier mischt sich jetzt noch eine dritte Stimme oder eine fünfte oder was auch immer hinein. Was ist das? Erkennen Sie das?
Könnte das eine Glasharmonika sein?
Ah, das kann sein.
Das kann nicht nur sein, das ist auch so!
Die Frau Intendantin hat ein geschultes Ohr, Respekt! Ich bin eine Glasharmonika, sehr richtig. Ein… wenn ich so sagen darf, eher selten zu hörendes Instrument. Aus abstrusen und unerfindlichen Gründen bin ich arg in Vergessenheit geraten in den letzten Jahrzehnten… Jahrhunderten…
Dabei hatte alles so gut angefangen! Sie kennen bestimmt meine nahe Verwandte, die Glasharfe. Das ist – mit Verlaub – nichts weiter als ein Tisch voller unterschiedlich großer Gläser, über deren Ränder man mit nassen Fingern streift. So weit so gut. Doch dann kam ein Erfinder und Visionär namens Benjamin Franklin auf eine Idee…
Well, let’s see. Das klingt gut, indeed. Aber was, wenn so ein Glas umkippt und alle anderen mit sich fortreißt…? Wenn wir…
… die Gläser nehmen und ineinanderschieben, zu einem Turm… wie Müslischüsseln im Schrank… und diesen Gläserturm dann… vorsichtig!... auf die Seite legen… like this… durch diesen Turm eine Achse legen und diese Achse dann mithilfe eines Pedals drehen, so dass die Gläser sich drehen… dann… muss man sich nur noch in die Hände spucken… und die Fingerspitzen vorsichtig auf die drehenden Gläser legen. Und schon geht es los.
Ich werde meine Erfindung an die Italiener verkaufen, denn die Italiener sind die Nation von la musica. Deswegen nenne ich mein Instrument „Armonica“. Das wird ihnen gefallen… und ich kann mich dann in aller Ruhe all den anderen Erfindungen widmen, die auf dieser Welt noch auf mich warten…
So geschehen im Jahr 1761, ein gutes Jahrzehnt bevor dieser Franklin hinter dem Ozean ein ganz neues Land aus der Taufe hob. Hier in Europa trat ich, kaum erfunden, meinen Siegeszug durch die Orchestergräben an. Joseph Haydn, Willibald Gluck, Antonio Salieri – keiner konnte sich dem Zauber meiner sphärischen Klänge entziehen. Sogar Leopold Mozart wünschte sich für sein überdrehtes Wunderkind eine Glasharmonika. Ein paar weiche, tiefentspannte Klänge hätten dem jungen Wolfgang Amadeus sicherlich gutgetan.
Hach! Fast 80 Jahre erklang meine Stimme in Oper, Konzerten, Liederabenden. Überall in Europa und der Neuen Welt exzellierten Musikerinnen und Musiker an meinen drehenden Schalen. Ein gewisser Carl Schneider aus Gotha soll es zu ganz besonderer Virtuosität gebracht haben, erzählt man sich.
Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. So ließen sich bald Stimmen vernehmen, die meinen „gläsernen Tönen“ eine „enervierende“, „zerrüttende“ und „nervenschädigende“ Wirkung nachsagten. Man witterte Böses. Und… war dieser Franklin nicht auch Freimaurer gewesen?!
Als dann noch der italienische Komponist Gaetano Donizetti die Arie der in den Wahnsinn getriebenen Mörderin Lucia di Lammermoor von einer „Armonica“ begleiten ließ, konnten sich selbst die liberalsten Geister des Eindrucks nicht erwehren, dass mit meinen Tönen etwas nicht ganz stimmte. Und wo zuvor die Glasharmonika erklungen war, kamen nun zumeist Flöten zum Einsatz – hmm… kein wirklich guter Tausch.
Wir kunstvoll gearbeiteten Instrumente wanderten in die Depots aller möglicher musealer Sammlungen... und dann: weitgehend Funkstille. Jahrzehnte-, fast zwei Jahrhunderte lang. Bis einige Musikerinnen und Musiker sich daran machten, meinen Dornröschenschlaf zu beenden – in Deutschland, Österreich, Frankreich… – und mich und meine Klänge zu neuem Leben erweckten.
Und wer heute das Glasharmonikaspiel erlernen will, der muss nicht mehr in irgendwelche verstaubten Museumsdepots herabsteigen, sondern kann auf high-end-Instrumente allerneuster Fertigung zurückgreifen.
Denn, auch da wird die Frau Intendantin mir zustimmen: Meine Schalen klingen weder nervenzerrüttend noch enervierend, sondern engelsgleich und wunderschön.
Ah! Wir haben jetzt ein Instrument näher kennengelernt. Haben Sie ein Lieblingsinstrument oder dürfen Sie das nicht sagen als Intendantin?
Nein, doch, doch, aber das lässt sich sehr schwer… Tatsächlich… also ich mag natürlich, liegt vielleicht in der Natur der Sache, Violine, aber Klavier finde ich wunderschön. Oboe, Fagott, wenn Trompetenklänge wirklich majestätischer klingen, das ist etwas Wunderschönes und immer Passendes, aber vielleicht in einer ruhigen Minute… Es hängt tatsächlich auch mit den Interpreten zusammen, so kommt das, dass man manchmal einfach ein und dasselbe Konzert mehrfach auch hintereinander hört, oder man hat eine Zeit lang diese Musik im Ohr und kommt immer wieder. Das ist wie mit Popstars.
Popstars ist vielleicht ein gutes Stichwort, denn Sie schaffen es ja auch immer wieder, welche herzuholen zu Friedenstein Open Air.
Diesmal ist es eine besondere, oder es ist jedes Mal sehr besonders, aber für uns besonders als Philharmonie mit den Prinzen. Ich finde es sehr passend, weil die Prinzen feiern, wir feiern, und wir waren mit der Prinzen bereits auf einer großen Tournee in zwei Teilen im Januar und im Mai. Wir haben 15 gemeinsame Konzerte hinter uns in den größten Sälen Deutschlands.
Elbphilharmonie zweimal ausverkauft.
Ja, ja, es war grandios.
Ja, letztes Jahr war Anastasia da, da war ich da, das war toll. Also ich war sehr beeindruckt, auch wie Sie das immer so locker machen. Sind Sie dann sehr aufgeregt? Aufgeregt? Fragt man auch wahrscheinlich nicht.
Ja, ja, natürlich, weil es ist ein großes Festival. Wir haben fast 25.000 Menschen in drei Wochen hier und natürlich muss alles stimmen. Das eine ist, dem Publikum einfach diese wunderschöne Atmosphäre vorzubereiten, um ungestört einfach die Musik dann und den Abend gemeinsam genießen zu können, müssen wir wirklich im Vorfeld sehr, sehr detailreich alles durchplanen. Und seit 2022 haben wir die große Bühne im Schloss. Es hat sich eigentlich wirklich sehr schnell zu einem großen Festival gebildet, aber es ist ein Geschenk der Coronazeit, dieses Festival.
Okay, es gibt auch Geschenke.
Ja, ja, es gibt auch Geschenke. Ich bin immer dafür, positiv Dinge zu sehen. Wir hatten die Möglichkeit, vielleicht an andere Aktivitäten oder auch mussten an andere Aktivitäten denken als das, was wir normalerweise in der Spielzeit tun. Und so haben sich ganz, ganz viele unterschiedliche Ensembles herausgebildet. Ein Bratschen-Septett, ja, das war einfach unglaublich schön auch zu sehen, wie die Musikerinnen und Musiker jetzt wirklich ihre Ideen gebracht haben und sich zusammengetan haben und wir nach draußen gegangen sind und dann, als es möglich war, auch als Orchester wieder zusammen zu musizieren und auch mit unserem Publikum, dann haben wir uns hier im Schlosshof in einer Ecke des Schlosshofes zwei Meter voneinander im Publikumsbereich und im Orchesterbereich aufgestellt. Wir haben fast den ganzen Schlosshof dafür benötigt damals und innerhalb von drei Wochen haben wir dieses erste Konzert organisiert, und das fanden alle so schön, dass wir einfach jedes Jahr ein bisschen mehr gemacht haben. Und jetzt ist es natürlich ein großes Festival mit großen Gästen aus der Musikwelt, aber auch aus ganz Deutschland, was uns sehr, sehr, sehr freut.
Ich kann mich erinnern, nach der Coronazeit, da war dieses Kinderkonzert auch mit Thomas Hahn auf dem Schlosshof. Da werde ich gerade wieder gerührt, aber ich habe aus dem Fenster geguckt. Wir haben ja im dritten Stock des Schlosses unsere Büros und da standen auf einmal diese ganzen Kinder als Zuschauer und waren so begeistert. Ah ja, sie sind wieder zusammen und können Musik machen.
Ja, das sind die großen Momente, für die es sich wirklich lohnt, diese ganze Arbeit und die ganzen Details und so viel zu investieren, einfach um etwas zu erschaffen, was die Menschen zusammenbringt. Und das ist ein sehr gutes Beispiel, weil auch das ist ein Projekt, was wir in der Coronazeit begonnen haben. Wir sind in die unterschiedlichen Schulen im Landkreis, in den beiden Städten Gotha und Eisenach und haben ganz, ganz viele Workshops mit Kindern kreiert und aus diesen Workshops kam dann dieser große Kinderchor heraus und der Kinderchor hat dann mit uns, das sind 200 Kinder aus unterschiedlichsten Schulen, manchmal völlig unmusikalische Schulen, wo plötzlich die Kinder einfach zusammengekommen sind und seitdem bestehen diese Chöre auch weiter und ja mit Thomas Hahn, der ja auch maßgeblich sich in diesem Projekt eingesetzt hat oder das mit uns mitentwickelt hat. Und dann stehen alle diese Kinder auf der Bühne und vielleicht im Publikum weitere 3.500 Kinder, die jubeln und mitsingen und sich freuen. Und ja, es ist einfach eine großartige Energie, wie Sie sagen. Ja, ja, genau.
Und wie ist das für Ihr Orchester? Ich meine, Sie sind ja wirklich sehr vielseitig unterwegs. Gibt es Favoriten oder wahrscheinlich hat auch jeder Musiker sein eigenes Genre, was er gut findet?
Ja, ja, es gibt sehr unterschiedliche Tätigkeiten bei den Musikern oder Musikerinnen und Musikern, die bei uns angestellt sind. Natürlich verbindet uns die Thüringen Philharmonie. Dort planen wir, arbeiten wir, schaffen wir gemeinsame Momente, musikalische Highlights. Für unser Publikum. Aber jeder hat ja ein eigenes Leben. Die einen unterrichten, wir haben Geigenbauer zum Beispiel innerhalb des Orchesterkollegiums. Wir haben Musikerinnen und Musiker, die sich entweder dem Barock widmen oder auch in Bands spielen, Jazz zum Beispiel. Ja, so ist es sehr, sehr unterschiedlich und ja, es liegt in der Natur der Sache natürlich, aber umso lebendiger macht es dann das große Kollegium aus.
Ja, das war eigentlich ein schöner Schluss, aber vielleicht gibt es ja von unseren Hörern und Hörerinnen den einen oder anderen, der das jetzt selbst erleben möchte?. Was gibt es denn noch, was man sich anhören kann?
Ich würde sagen, jetzt gleich im Sommer bleiben wir im Sommer, das große Friedenstein Open Air, ich habe es schon erwähnt, die Prinzen, Johannes Oerding oder die große italienische Nacht mit Giovanni Zarella.
Der hat viele Fans hier.
Genau, ganz viele Fans, er freut sich auch immer sehr darauf. Am 23. August laden wir herzlich zu, denn ja, vielleicht das Allererste und die älteste Veranstaltung des Open Air, die Sounds of Hollywood. Und das letzte Wochenende beschließen wir dann mit einer Udo-Jürgens-Gala mit einem legendären Glasflügel, Originalflügel von Udo Jürgens, der von Peter C. Frank gespielt wird, natürlich gesungen wird.
Passend zur Glasharmonika.
Ja, passend zur Glasharmonika. Genau, und die allerletzte Nacht ist dann ein wahrer Wanderer zwischen den Welten. Mit Nils Wanderer sind die Last Night of the Philharmonie Proms und Nils Wanderer lädt sich seine Gäste ein. Es kommt die Katharina Mehrling, eine fantastische Künstlerin aus Berlin, die Marilyn Monroe, Edith Piaf singt und eine wirklich fabelhafte Künstlerin. Sharon Lyons, die ist von den Vikings zum Beispiel, vom Soundtrack bekannt. Tim Neuhaus, der die Band von Clueso bestückt und Dann haben wir uns etwas überlegt zum Abschluss, zum krönenden Abschluss, die Northern Lights aus Erfurt, und dann feiern wir etwas tiefer in die Nacht. Ja, schön.
Vielen Dank, dass Sie jetzt auch mit mir zwischen den Welten gewandert sind, zwischen Museum und Musik. Und ja, dann danke und bis bald.
Vielen Dank für das schöne Gespräch und für die Möglichkeit, über unsere Philharmonie zu sprechen.
Ja, gerne.
Der Friedenstein-Funk, das sind Susanne Finne-Hörr, Claudia Klein und Oliver Brod.
Heute hat Michaela Barchevitch die Geschichte und Gegenwart der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach besungen. Nils Wanderer hat uns seine Vielstimmigkeit bewiesen und eine traditionsbewusste Glasharmonika hat sich aller Verleumdungen erwehrt.
Wir danken der Glasharmonikerin Christa Schönfeldinger für die ätherischen Klänge, Euch fürs Zuhören und sagen: bis zum nächsten Friedensteiner Funkenschlag!
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