#06 Blühende Gärten, verschwundene Orte und ein wandlungsfähiger Dino

Shownotes

In unserer sechsten Folge nehmen wir unsere Hörer mit auf einen Spaziergang durch den Gothaer Schlosspark und auf eine Reise in das Land, aus dem er exportiert wurde. Außerdem entdecken wir eine fast verschwundene Kultur quicklebendig in unserer Alltagssprache wieder und sehen dem Iguanodon dabei zu, wie er zu seiner heutigen Gestalt kam. Dazwischen tickert es News aus unseren Museen.

** Rubrik "Gotha verpflichtet" ** Gesegnet mit grünen Daumen und viel Liebe zur Botanik entstanden in England zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert rund um Schlösser und Herrenhäuser wunderbare Gärten und Parkanlagen. Virginia Woolf hat dem berühmten Kew Gardens im Südwesten Londons sogar eine Kurzgeschichte gewidmet. Diese Folge widmen wir der engen Beziehung zwischen dem Friedensteinschen Schlosspark und dem Royal Botanic Garden in Kew. Here we go …

** Rubrik "News-Ticker" ** ++ Am 24. Oktober öffnet unsere große Sonderausstellung zu den „verlorenen Meisterwerken“. Neben den fünf Gemälden aus dem großen Kunstraub von 1979 sind viele weitere Rückkehrer mit von der Partie. Sie alle haben eines gemeinsam: eine Vergangenheit mit Krimi-Potential! ++

++ Die Gothaer Provenienzforschung hat einen großen Schritt nach vorne gemacht: Die St. Petersburger „Eremitage“ hat einer Kooperation mit der Stiftung zugestimmt. Gemeinsam wollen die beiden Häuser nun jene Kunstwerke identifizieren, erforschen, präsentieren und ausstellen, die nach dem Zweiten Weltkrieg von Gotha nach Russland verbracht worden sind. ++

++ In der Museumsnacht am 30. Oktober könnt ihr wieder bis spätabends in unseren Museen flanieren und unsere Arbeit entdecken. Im Fokus steht unser „Human Remains“-Forschungsprojekt. Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte der 33 Schädel, die aus ehemaligen Kolonialgebieten im heutigen Indonesien stammen. ++

** Rubrik "Friedenstein & Friends" ** Die Gothaer Synagoge gibt es nicht mehr. Sie wurde in den Novemberpogromen von 1938 geschändet und zerstört. Ist die jüdische Kultur deshalb verschwunden? Nein! Ganz im Gegenteil! Sie ist putzmunter. Von den meisten unbemerkt, lebt sie in Worten und Redewendungen weiter. In Folge 6 unseres Podcast erzählen wir euch von dem Projekt „Die Gothaer Synagoge lebt! Fassadenprojektion am Ort der Zerstörung“, das Ende Oktober in einer Video- und Soundinstallation im Gothaer Altstadtforum sichtbar- und hörbar wird. „Dufte“, oder?!

** Rubrik "Spurensuche" ** Einen Daumen hatte auch der Saurier Iguanodon – wenigstens zeitweise. Welche Irrungen und Wirrungen die Rekonstruktion des Tieres seit den ersten Knochenfunden durchlaufen hat – das erzählen unser Beitrag… und natürlich auch die derzeitige Ausstellung im Herzoglichen Museum.

Literatur:

Virginia Woolf: „Kew Gardens“, Die besten Kurzgeschichten, Band 2 Christian Cay Lorenz Hirschfelds „Theorie der Gartenkunst“, 1782 Udo Hoft und Catrin Lorenz Seide „Die Entstehung des Englischen Gartens in Gotha“ Vita Sackville-West und Harold Nicolson: Sissinghurst, Porträt eines Gartens

Musik

Vivaldi, Four Seasons, John Harrison https://musopen.org/de/music/14910-the-four-seasons-op-8/ Break the silence: www.audiohub.de

Transkript anzeigen

Gesamtskript Friedenstein-Funk Folge 06

02.10.2021

 

Hallo und herzlich willkommen beim Friedenstein-Funk, dem Podcast der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Von unserem Gothaer Schlosshügel funken wir hinaus in die Welt, nun schon zum sechsten Mal. Ihr hört Geschichten rund um den Friedenstein, aus Gotha und der großen weiten Museumswelt. Heute mit dabei…

Extravagante Engländerinnen und ihre schönen Gärten…

eine fast verschwundene Kultur, die in unserer Alltagssprache lebendig ist

… der Iguanodon, der Erfinder des „Daumen hoch!“

… und zwischendurch tickert es News aus unseren Museen.

Gotha verpflichtet

FROM THE OVAL-SHAPED flower-bed there rose perhaps a hundred stalks spreading into heart-shaped or tongue-shaped leaves half way up and unfurling at the tip red or blue or yellow petals marked with spots of colour raised upon the surface; and from the red, blue or yellow gloom of the throat emerged a straight bar ….

„Aus dem ovalen Blumenbeet erhoben sich an die 100 Stengel, um sich auf halber Höhe in herz- oder zungenförmige Blätter zu zerstreuen und sich an der Spitze in rote, blaue oder gelbe Blütenblätter zu entfalten, mit kleinen erhöhten Farbtupfern an der Oberfläche; und aus dem roten, blauen oder gelben Dunkel des Kelchs ragte der Blütenstempel, rau von Goldstaub und an seinem Ende leicht wulstig. Die Blütenblätter boten Widerstand und erzitterten in der Sommerbrise, und wenn sie sich bewegten, dann vermischten sich die roten, blauen und gelben Farbsprenkeln, beleuchteten ein Zoll Bodens unter ihnen mit einem Strahl intensivster Farbe …

…und die Farbstrahlen blitzten nach oben, in die Augen der Männer und Frauen, die im Juli in Kew Gardens spazieren gehen.“

Als die britische Schriftstellerin Virginia Woolf in Richmond lebte, wanderte sie fast täglich durch den schönen botanischen Garten im Südwesten Londons. Ihm hat sie 1919 ihre Kurzgeschichte „Kew Gardens“ gewidmet, an die ich denken muss, hier im immergrünen Englischen Park von Gotha. Übrigens (geheimnisvoll) – dieser Englische Garten ist verwandt mit Kew Gardens. Yes, really!

der Park grünt grün, Wege winden sich um weitläufige Rasenflächen. Rotbuchen, Blutbuchen, Linden, Ahorn und über 500 Jahre alte Stieleichen wiegen sich im Wind.

Vor mir erstreckt sich ein großer Parkteich mit einer Insel. Der geschwungene See mit der sogenannten Heiligen Insel ist ein Geniestreich des Landschaftsarchitekten John Haverfield. Die Form des Sees und die Art und Weise wie die Insel darin platziert ist, täuschen einen weitaus größeren, mit immer wieder neuen landschaftlichen Szenen angereicherten Park vor. „Einen glücklichen Betrug“, nannte der Gothaer Hofbibliothekar Reichard um 1780 die kunstvolle Arbeit des Landschaftsarchitekten. Und ja, der See erscheint unendlich, unergründlich. Eine große Entenschar vergnügt sich an seinem Ufer, ein kleiner Junge füttert sie.

„Der Gartenarchitekt muss erkennen, dass die Eckpfeiler eines jedes guten Englischen Gartens Wasser, Bäume, Hecken und Rasen sind“,

der Gartenarchitekt Harold Nicolson. Er hatte einen anderen berühmten Englischen Garten entworfen: den von Sissinghurst Castle in der englischen Grafschaft Kent. Zum Blühen brachte den Garten jedoch seine Ehefrau Vita-Sackville West, die Besitzerin des Schlosses. Sie wollte „ein Gewirr von Rosen und Geißblatt, Feigen und Weinreben“. Wer einmal da war (schwärmerisch) …

Augusta, Prinzessin von Sachsen-Gotha-Altenburg. Sie wurde 1719 auf Schloss Friedenstein geboren und im Alter von 16 Jahren mit Friedrich Ludwig von Hannover oder Frederick Lewis Prince of Wales an den englischen Hof verheiratet.

Es war in den Jahren 1768/69, als Prinz Ernst der Zweite von Sachsen-Gotha-Altenburg mit seinem Bruder August eine Bildungsreise nach England machte. Dort besuchten sie ihre Tante Augusta. Ernst war fasziniert von Kew Gardens. Kaum war er zurück in Gotha, ließ er diese Parkanlage anlegen. Für die Umsetzung schickte ihm seine Tante Augusta ihren Gärtner John Haverfield aus Kew Gardens. So entstand nach und nach der Englische Garten von Schloss Friedenstein, einer der ältesten Landschaftsgärten außerhalb Englands.

SFX Break the silence / Tusch (30 Sekunden version)

Insgesamt drei Gartenanlagen gehören zum Schlosspark – neben dem Englischen Garten noch eine Gartenanlage aus dem 19. Jahrhundert zwischen Schloss und Herzoglichem Museum im Süden und dem Barockgarten zwischen den beiden Orangerien. Kein Garten unterscheidet sich wohl gravierender vom Englischen Garten als ein Barockgarten mit angelegten Blumenbeeten, kunstvoll gestalteten Brunnen, mit all seinem Prunk und seinen Verzierungen. Wie eine reichlich geschmückte Hochzeitstorte wirkt er im Gegensatz zum Englischen Garten, der sich natürlich in die ihn umgebende Landschaft fügt.

Ich werfe einen letzten Blick auf den Parksee. Ich höre den Wind in den Bäumen, das Quaken der Enten, und ganz leicht darüber das Rauschen der Autos, das Leben des Städtchens Gotha.

… silence? But there was no silence; all the time the motor omnibuses were turning their wheels and changing their gear; like a vast nest of Chinese boxes all of wrought steel turning ceaselessly one within another the city murmured

„Die Stille? Aber da war gar keine Stille, die ganze Zeit ließen Omnibusse die Räder rollen und wechselten die Gänge; wie ein riesiger Haufen stahlgeschmiedeter chinesischer Schachteln, die sich unendlich ineinander und umeinander drehen, so grummelte die Stadt; darüberhin hörte man die lärmenden Stimmen, und die Blütenblätter von Myriaden von Blumen funkelten ihre Farben in die Luft“.

Die St. Petersburger „Eremitage“ hat einer Kooperation mit der Stiftung zugestimmt und ermöglicht damit erstmals einem deutschen Museum einen so tiefen und umfassenden Einblick in die eigenen Archive. Gemeinsam wollen die beiden Häuser nun jene Kunstwerke identifizieren, erforschen, präsentieren und ausstellen, die nach dem Zweiten Weltkrieg von Gotha nach Russland verbracht worden sind. ***

*** Gotha // Nachts auf dem Friedenstein! In der Museumsnacht am 30. Oktober könnt ihr wieder bis spätabends in unseren Museen flanieren und unsere Arbeit entdecken. Im Fokus steht unser „Human Remains“-Forschungsprojekt. Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte der 33 Schädel, die aus ehemaligen Kolonialgebieten im heutigen Indonesien stammen. ***

Friedenstein and Friends

SFX angeschickert, zocken, mies

Worte beschreiben Geschichten.

SFX schmusen, schlamassel, zoff 

Worte haben auch eine Geschichte. Diese hier zum Beispiel:

SFX Schmock, Tacheles, meschugge 

Von vielen unbemerkt, lebt in ihnen eine Kultur weiter, die in Deutschland an den meisten Orten verschwunden ist. „Schmusen“, „dufte“ oder „zocken“ sind Wörter, die aus dem Hebräischen stammen und über das Jiddische ins Deutsche kamen.

„Die Gothaer Synagoge lebt. Fassadenprojektionen am Ort der Zerstörung“.

Kopf, Herz und leitende Hand des Vorhabens ist Christoph Mauny, Referent für Vermittlung bei der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Die Idee zu dem Projekt hatte er, als er in der Zeitung einen Artikel über den Bau des Altstadtforums las. Ein Foto begleitete den Artikel über das neue Fachmarktzentrum in Gotha. Das Bild rüttelte ihn auf.

„(Und) man sah auf diesem Bild in der Zeitung eben Presslufthammer, Bauarbeiter – unter schwerster Arbeit und witterlichen Bedingungen – dieses Denkmal für die Ewigkeit entfernen.“ M5

Das Denkmal, das hier vorübergehend für Planierwalze und Co. entfernt wurde, hatte an die ehemalige Gothaer Synagoge erinnert.

34 Jahre lang war der Prachtbau im neoromanischen Stil Teil der Residenzstadt gewesen, auf Postkarten als Sehenswürdigkeit beworben (worden) – auf Augenhöhe mit Schloss Friedenstein. Entworfen vom Architekten Richard Klepzig, 1904 feierlich eingeweiht, 1938 geschändet und niedergebrannt. Erst 1988, 50 Jahre nach der Zerstörung der Synagoge, errichtete die Stadt Gotha ein Denkmal für das ehemalige Gotteshaus.

Es muss sichtbar werden, was im NS-Staat gewaltsam unsichtbar gemacht worden war. Und so rief er ein Projekt ins Leben, das einer verschwundenen Kultur über ihre Worte wieder eine Sprache geben sollte.

„Die Synagoge war nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein Ort der Begegnung, wie man das auch heute kennt, wie bspw. auch von christlichen Kirchen. Und außerdem auch typisch für die jüdische Kultur wurde dort Sprachunterricht betrieben, Hebräisch wurde gelehrt, als Sprache in der jüdischen Kultur für die religiösen Rituale - und auch das war ein Grund, warum wir dieses Vokabelprojekt gestartet haben, um eine Verbindung zu ziehen. M6

Während Christoph Mauny davon berichtet, wie sein Projekt die Gothaer Synagoge wieder lebendig machen möchte, brettern an der nahen Gartenstraße LKW vorbei.

Die Tram 1 in Richtung Hauptbahnhof spuckt Fahrgäste aus, Mütter mit Kinderwagen und Rentner mit Rollatoren,

die sich ihren Weg über den Parkplatz gen Supermarkt bahnen.

Mauny steht am Rande des normalen Freitagvormittag-Trubels im Gothaer Altstadtforum. Von seinem eigentlichen Arbeitsort in der ehemaligen Residenz des Herzogs ragt hinter den Dächern der Gothaer Stadt nur die Spitze des Ostturms hervor.

„Ich glaube, es ist immer wichtig, dass man versucht, geschichtliche/historische Themen, mit denen wir uns natürlich im Museum beschäftigen, mit der Gegenwart und vor allen Dingen mit der Alltagsrealität der Menschen, mit denen wir in Kontakt treten wollen, mit denen wir ins Gespräch kommen wollen, mit der Bevölkerung, zu verbinden. Es geht darum, die Menschen von dort abzuholen, wo sie gedanklich, vielleicht auch räumlich sind, deshalb machen wir das hier nicht im Museum, sondern hier mitten in der Stadt.“ M8

„Gotha kauft ein“.

„Gotha erinnert“, „Gotha gedenkt“. Hier wird Ende Oktober auch die Video- und Soundinstallation stattfinden.

Die Synagoge hat an dieser Stelle ihren neuen Erinnerungsort gefunden. Inmitten des mit Eschen bepflanzten Durchgangs steht in einer gläsernen Vitrine die Miniaturversion des wunderschönen Zentralbaus. Das Mahnmal aus DDR-Zeiten, das an die Zäune eines KZs erinnert, ist Teil eines größeren Denkmals geworden. Es wird nun von einem übermannshohen, metallenen Davidstern in Schwarz überragt, der an die Fassade des Einkaufszentrums montiert wurde. Auf dem Boden, neben einem Sträußchen aus gelben Gerbera und rosa Nelken, liegen Zigarettenstummel und Kronkorken.

„Man wird verhöhnt, beleidigt, all solche Sachen. Das macht überhaupt keinen Spaß mehr. - seufzt - ich weiß nicht, was man hier noch machen kann. “

„Also, ich würde mir wünschen, dass die Jugendlichen vielleicht mal vernünftig werden oder dass sie zugänglich werden zu, zu Erklärungen. Die konnten ja noch nicht mal ‚Pogromnacht‘ lesen, Die wussten ja noch nicht mal, was das ist. Das kann doch nicht sein. Vielleicht muss man in die Schule gehen…“

einen Begriff für jedes Jahr, in dem die Gothaer Synagoge stand.

Man redet von Kaff, von zocken, von schmusen. Eines meiner Lieblingsworte ist zum Beispiel weitschmusen. Das musste ich durchsetzen gegen den Sprachwissenschaftler, mit dem wir zusammengearbeitet haben, weil da die Spur vom Hebräischen über das Jiddische ins Deutsche nicht ganz so geradlinig verläuft, aber ich liebe weitschmusen: Das bedeutet nämlich telefonieren. Und schmusen selbst einfach „erzählen, miteinander plaudern“. 

„Sie haben nicht damit gerechnet, dass jetzt etwas so Vertrautes mit etwas scheinbar Fremden, Unbekanntem verbindet. Es ist einfach ein wunderschöner Moment, wenn man sieht, dass es ein Miteinander, ein Koexistieren ist, und dass die deutsche Kultur und die jüdische Kultur überhaupt nicht voneinander zu trennen ist, sondern das eine ist integraler Bestandteil des anderen.“ 

Die Synagoge ist verschwunden. Die jüdische Kultur aber lebt bis heute fort – in unserer Alltagssprache.

Kess, Macker, Hals und Beinbruch

Spurensuche

Hört mal hin! Kennt Ihr das?

Na klar! Das kennt jeder! Aus dem Kino, aus dem Kinderzimmer… oder einfach… aus der Phantasie.

Dinosaurier – das heißt übersetzt „schreckliche Echse“. Die mitunter riesigen Lebewesen bevölkerten die Erde vor Millionen von Jahren, in Trias, Jura, Kreidezeit.

Und heute – also noch bis zum kommenden Frühjahr – bevölkern sie die Ausstellungshalle des Herzoglichen Museums in Gotha. In unserer Ausstellung „Saurier – die Erfindung der Urzeit“.

Aber wie so ein Tyrannosaurus, ein Velociraptor, ein Stegosaurus wirklich ausgesehen hat – das weiß eigentlich niemand so genau. Wir meinen zwar zu wissen, wie der T-Rex seine Zähne bleckte, aber… wissen wir das wirklich?

Haben sie wirklich gebrüllt? Diese Fragen beschäftigen die Menschen seit mehr als 200 Jahren.

Außenatmo

Oh dear! What could this possibly be? Appears to be… gigantic teeth! How exciting!

Yes, sweetheart. Very big teeth, indeed! And they seem to me like those of an iguana.

An iguana? Are you certain, Gideon?

Well, my dearest, nothing in life is truly certain. But if these are really the teeth of an iguana, it must have been of prodigious size!! Enormous!

Sie hatten einem pflanzenfressenden Landreptil gehört, von 30 Metern Länge.

A dinosaur?!

Iguanodon – der Leguanzahn.

Und er fertigte eine erste Skizze an, auf der er zeigte, wie er sich das Urzeittier vorstellte – wie einen riesigen Leguan eben. Nur einen spitzen, kegelförmigen Knochen, den er gefunden hatte, den konnte er nicht so recht zuordnen. Also setzte er ihn dem Iguanodon einfach auf die Nase – so wie bei einem Nashorn.

SFX Boing

Der Dorn gehörte nicht auf die Nase, sondern an die Hand. Iguanodon hatte jeweils einen dornenförmigen Daumen, drei Mittelfinger und einen extrem beweglichen kleinen Finger, mit dem er sogar greifen konnte.

Oh, my goodness! Ein Daumen? So it was an urzeitlicher Primat? Thumps up!

Als die Forschenden das Skelett so betrachteten, fanden sie seine Vorderbeine viel zu kurz. Also malten sie sich aus, dass das Tier auf seinen kräftigen Hinterbeinen gehockt haben müsse und dann die Hände freihatte – wie ein Känguru.

aufrecht laufende Zweibeiner, die ihre Beute mit ihren kräftigen Händen packen. Aber was den Iguanodon angeht: Das war leider falsch!

Good lord! It was falsch? You’re kidding me!

Leider nein. Bis ins späte 20. Jahrhundert stapfte der Iguanodon als riesiger Zweibeiner durch die Phantasie der Menschen und sah dem Filmmonster Godzilla dabei zum Verwechseln ähnlich.

Es wurden zwar Fußspuren des Iguanodon gefunden, aber keine Schleifspuren des Schwanzes. Und überhaupt konnte der Schwanz gar nicht so stark gekrümmt sein, wie es beim aufrechten Gang notwendig gewesen wäre. Das hätte ihm die Schwanzwirbel gebrochen.

Oh! Poor guy! So… what was the solution?

Der Iguanodon muss seinen Schwanz gerade und in einer Linie mit der Rückenwirbelsäule getragen haben – in der Luft. Und damit das funktionierte, musste er wieder nach vorne kippen, auf die Vorderfüße.

Iguanodon wurde also wieder zu einem Vierbeiner. Godzilla adé!

Sehr richtig! So wie mein Mann und ich es immer gesagt hatten... wie einen riesigen Leguan, a giant iguana.

Ja, fast. Nur mit dem Schwanz in der Luft… und dem thumbs up. Und so begrüßt er auch die Besucher und Besucherinnen, die sich derzeit in unsere Ausstellung im Herzoglichen Museum wagen.

Den Namen, den Gideon Mantell und seine Frau ihm gaben, den hat der Dino behalten: Iguanodon – der Leguanzahn.

So ist es richtig! That’s its name!

In Gotha erfahrt ihr mehr! Noch bis zum 24. April 2022.

Und damit sind wir schon wieder am Ende unserer Sendung angekommen. Dies war die Oktober-Ausgabe des Podcasts der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha. Konzipiert und geschrieben von Susanne Hörr, Claudia Klein und Dagmar Trüpschuch. Es sprachen Johanna Zehendner, Marianne Graffam und Oliver Brod, der auch die Beiträge editiert und gemischt hat. Die Jingle komponierte Bertram Denzel. Wir machen eine kleine Pause, in der wir neue spannende Folgen planen. Abonniert uns doch einfach! Dann seht ihr sofort, wenn wir wieder für euch von unserem Schlosshügel senden. Wir freuen uns, wenn ihr dann wieder reinhört – in euren Friedenstein-Funk.

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